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Krabben bald unbezahlbar? Einmal Marokko und zurück

Leben

Krabben bald unbezahlbar? Einmal Marokko und zurück

Krabben-Wahnsinn: Einmal Marokko und zurück. Nicht jeder liebt sie, aber jeder kennt sie. Die Nordseekrabbe. Frisch vom Kutter. Auf Mutters Fischbrötchen oder aus dem Supermarkt zum Abendbrot. Aber mal Butter bei die Krabbe, im Moment fragt sich jeder Norddeutsche doch eins: Sag mal geht’s noch? Durch Globalisierung und Transportwege kostet der Krabbenhappen mittlerweile so viel wie der Kaviar im Golfclub. Aber warum eigentlich?

Der Gründe sind einfach. Es gibt aktuell nur wenige Krabben. Und die wenigen Anbieter werden zu Monopolisten, die die Preise bestimmen. Die Verarbeitungswege der Krabben sind aber ebenso unglaublich, wie die aktuellen Preise.

Frauenhände in Marokko sind viel günstiger

als Krabbenpulmaschinen. Nur läppische 5 Prozent des Fangs werden in Deutschland gepult. Willkommen in unserer schönen vernetzen Welt. Der Rest der Krabben begibt sich auf die Reise. 6000 Kilometer müssen die kleinen Tierchen nach Nordafrika hinter sich bringen, um dort schneller und preiswerter gepult zu werden. Jo, das nennt man mal nachhaltig. Das Beste ist, dass die neun Zentimeter großen Meeresbewohner auf die gleiche Strecke auch zurück nach Deutschland kommen. »Findet Nemo«. Wo ist er? In Afrika.

Von den Emissionen reden wir erst gar nicht, aber auch der Zeitverlust für diesen irren Transport führt zu einer hoher Verwendung von Konservierungsmitteln. Das kann nun ja auch nicht Sinn der Sache sein. Das einzig Positive, was dieser Kilometermarathon eines Transports bewirkt, sind Arbeitsplätze für Frauen in Marokko. Es ist uns eine Ehre. Da ist keine Krabbenpulmaschine gegen gewachsen.

Aber der Norddeutsche fühlt sich auch ganz schön veräppelt.

Wenn Produkte, die »Büsumer Krabben« heißen, einmal durch Europa bis nach Afrika reisen, dann ist das mal so gar nicht regional. Dann sollen sie auch deklarieren, wo das kleine Tier bearbeitet wird. Transparenz, meine Freunde. Aber das tut natürlich keine Firma.

Wenn die Husumer am Wochenende, vom 2. bis 8. August, an den »Husumer Hafentagen« ihre kleinen Krabben feiern, wird sich sicherlich der eine oder andere bei den Preisen an den Elbsegler fassen. Unsere Landesregierung setzt auf deutsche Krabbenfischer und die technologische Entwicklung für eine Krabben-Verarbeitung bei uns. Hier. Wo die Krabben gefischt werden. Das bedeutet dann aber allerdings auch, dass

nochmal 25 Prozent auf den Preis

rauf kommen. Dann sollte man wirklich jeden Bissen in den Krabbenhappen in vollen Zügen genießen.

Text: Birthe N.

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