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Ein triumphaler Sieg für Flensburg

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Ein triumphaler Sieg für Flensburg

Bärenstarker SC triumphiert an der Lohmühle

Mit einer bärenstarken geschlossenen Mannschaftsleistung hat der SC Weiche Flensburg 08 am Freitagabend nicht nur das Verfolgerduell der Regionalliga Nord des bisherigen Tabellenvierten beim drittplatzierten VfB Lübeck gewonnen, sondern einen geradezu triumphalen 4:0-Sieg gefeiert, die bislang eher magere Bilanz gegen den Ex-Zweitligisten entscheidend aufgebessert und sich sogar für eine Nacht dank der besseren Tordifferenz an die Tabellenspitze vor der punktgleichen U 21 des Hamburger SV gesetzt. Es war der erst dritte Flensburger Sieg im neunten Ligaduell – bei vier Niederlagen – mit dem Landesrivalen. Unsere Mannschaft gewann auch in dieser Höhe vollauf verdient und raubte als erster Kontrahent in dieser Saison Punkte von der Lohmühle. Die 1.896 Zuschauer, die sich verwundert die Augen rieben, sahen unter Flutlicht eine hochinteressante, vor der Pause gutklassige, nach dem Seitenwechsel jedoch einseitige Partie. Knapp fünf Wochen nach dem spektakulären Pokalthriller an gleicher Stelle darf dieses Spiel ebenfalls als ein denkwürdiges bezeichnet werden, zu dem Superlative bestens passen. Die rund 80 Anhänger des SC, darunter etwa 30 bis 40 Fans im Stehplatzbereich, werden den Auftritt ihrer Elf jedenfalls nicht so schnell vergessen.

Zwar hatte Trainer Daniel Jurgeleit das Personal in der Startelf nur einmal gegenüber dem Auftritt bei der U 23 von Eintracht Braunschweig (2:0) ausgetauscht, indem der wieder genesene Nedim Hasanbegovic für Fiete Sykora auflief. Aber mit nominell drei defensiven Mittelfeldspielern hatte er erstmals eine dem Grunde nach weniger offensive Ausrichtung gewählt. Zugleich tauschten Jonas Walter – bislang zentraler Innenverteidiger – und Patrick Thomsen – zuvor im defensiven Mittelfeld aktiv – die Positionen sowie Junior Ebot-Etchi und René Guder auf den Außenbahnen die Seiten.

Entgegen der Auftritte in der jüngeren Vergangenheit, die Weiche eher abwartend begann, übernahm unsere Mannschaft sofort die Initiative.

Torge Paetow sorgte mit Dribbling und Abschluss vom rechten Strafraumeck, den VfB-Torhüter Gommert zum Eckstoß lenkte, für die erste Offensivaktion (2.). Zwar konterte Isitan mit einem Schuss, der das Ziel verfehlte (6.), aber die Gäste dominierten die Anfangsphase deutlich und wurden früh für ihren couragierten Beginn belohnt. Der Kapitän der Grün-Weißen, Wehrendt, lief im eigenen Strafraum an der rechten Seite ungeschickt in seinen Gegenspieler Nico Empen (7.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Dominic Hartmann sicher unten rechts zur 0:1-Gästeführung (8.).Die Heimischen kamen zwar durch den anfangs sehr agilen Noel zu zwei kleineren Möglichkeiten (15., 21.).

Aber Weiche wirkte zweikampfstärker und enorm bissig.

Das 0:2 hatten erst Nico Empen mit einem straffen Flachschuss von halbrechts auf den langen Pfosten und dann Dominic Hartmann, dessen Nachschuss noch geblockt wurde, auf dem Fuß (22.). Erst in der Folge wurden die Lübecker stärker. Sie dominierten gegen sich zunehmend weit zurückziehende Flensburger zwischenzeitlich die Partie. Eine erste richtig gute Möglichkeit hatten zunächst Isitan, der von Gomig am Strafraum steil geschickt wurde, und dann Richter per Kopf, doch in beiden Szenen war Weiche-Schlussmann Florian Kirschke rechtzeitig zur Stelle (26.). Noch einmal scheiterte Richter nach Vorarbeit von Noel von der linken Seite am SC-Torhüter (31.), und Isitan setzte seinen Abschluss neben den Kasten (32.). Es wurde langsam eng für unsere Mannschaft, die in jener brenzligen Phase zuweilen sogar mit einer Sechserkette defensiv verteidigte. Entlastung gelang kaum. Allerdings kam Nico Empen nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow von links im Strafraum nach einem Lübecker Abstimmungsfehler überraschend zum Abschluss, doch der Ball landete in den Armen von Torhüter Gommert (28.).

In der hektischen Schlussphase der ersten Halbzeit bekam erst Fabian Arndt einen Schlag ab.

Sodass er stark humpelnd die ersten 46 Minuten beenden musste, und dann der Unparteiische ordentlich zu tun. Leidtragender war Nico Empen, der für ein Allerweltsfoul an der Mittellinie mit „Gelb“ bestraft wurde (45.), damit die enorm erhitzten Gemüter ein wenig beruhigt wurden. Insgesamt zeigten sich in der ersten Halbzeit interessante Duelle. Jonas Walter bekämpfte vor allem Isitan, Nedim Hasanbegovic hatte es mit Deichmann zu tun, und René Guder sorgte dafür, dass der beim Pokalkampf so auffällige Hoins auf der linken Außenbahn wenig in Erscheinung treten konnte, zur zweiten Halbzeit folglich auf die rechte Seite wechselte.

Weiche startete in die zweite Halbzeit – wie schon in den ersten Spielabschnitt – deutlich besser als der Gastgeber, der nicht mehr an seine starke Vorpausenphase anknüpfen konnte. Der erst vor der Saison aus Lübeck gekommene Junior Ebot-Etchi setzte nach einem Eckball von Dominic Hartmann die Kugel aus 18 Metern vorbei (47.), dann zwang Nico Empen Torhüter Gommert mit einem Schuss aus 18 Metern, halblinke Position, auf den langen Pfosten zur Parade (54.), und schließlich ging Junior Ebot-Etchi auf Linksaußen durch, fand aber mit seiner flachen Eingabe im Zentrum keinen Abnehmer (61.). Doch nur ein paar Sekunden später zappelte die Kugel doch im Netz der Heimischen. Dominic Hartmann hatte aus 24 Metern gewaltig abgezogen, beim abgefälschten Schuss hatte Gommert keine Abwehrchance: 0:2 (61.)! Und anders als in der ersten Halbzeit blieb unsere Elf am Drücker, beherrschte in jener Phase den Gastgeber beinahe nach Belieben. René Guder zwang von halblinks Gommert erneut zur Parade, Fabian Arndt machte aus neun Metern den zu kurz abgewehrten Ball gleich wieder scharf, Nedim Hasanbegovic war zentral zur Stelle, netzte zum 0:3 ein (63.). Und da gerade alles passte, kam Christian Jürgensen an den Eckstoß von René Guder, doch im Raunen des Stadionrunds knallte dessen Kopfball am Kasten vorbei (68.).

Erst in den letzten zwanzig Minuten ließ unsere Elf etwas locker und die Lübecker wieder kommen.

Doch die Mannschaft verrichtete vorbildlich ihre Defensivarbeit und half sich gegenseitig. So fischte Torhüter Florian Kirschke eine Flanke von der linken Seite weg und Christian Jürgensen bereinigte dann die Kugel aus dem Fünfmeterraum (72.). Florian Kirschke war auch zur Stelle, als Nogovic nach einem Eckstoß zum Kopfball kam (75.) und Hoins sich mal auf links dem Strafraum nähern konnte, dann aber nur einen schwachen Abschluss zustande brachte (80.). Aber anders als vor der Pause blieb unsere Mannschaft aktiv und gefährlich. So erlief sich Nico Empen auf Rechtsaußen einen langen Ball vor Torhüter Gommert, wurde dann allerdings im Strafraum erfolgreich von Lübecker Abwehrspielern bedrängt (78.). Junior Ebot-Etchi, wohl mit seiner bislang besten Leistung im Weiche-Trikot, suchte nach Doppelpass mit Nico Empen über links den Weg zum Tor, hatte plötzlich nach einem Schwenk nach innen zwölf Meter vor Gommert freie Schussbahn, setzte die Kugel aber in den Flutlichthimmel bzw. in die Lübecker Stehplatzfankurve (83.).

So blieb es Nico Empen vorbehalten, den Schlusspunkt unter die Flensburger Gala mit einer grandiosen zweiten Halbzeit zu setzen.

Er gewann gegen seinen Dauerwidersacher Wehrendt nach einem weiten Schlag aus der eigenen Hälfte im Eins-gegen-Eins ein Duell und netzte dann zum 0:4 ein (86.). Weil auch der eingewechselte Thiel bei der noch gefährlichsten Lübecker Nachpausenaktion einen Freistoß knapp über den Kasten setzte, blieb dem Ex-Zweitligisten selbst ein Ehrentreffer verwehrt (87.).Während der VfB Lübeck zumindest vor der Pause in Mittelfeldideengeber Isitan und insgesamt in Defensivabräumer Nogovic seine auffälligsten Akteure hatte, zeigte Weiche eine sehr starke, mannschaftlich geschlossene Vorstellung. Noch besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Dauerläufer Dominic Hartmann – sehr präsent und schussstark –, René Guder auf der Außenbahn mit einem hochkonzentrierten Auftritt sowohl defensiv als auch offensiv sowie Angreifer Nico Empen, der gegen den Lübecker Kapitän Wehrendt die entscheidenden Duelle für sich entschied und so maßgeblich an zwei Treffern seine Aktie hatte. Gerade einmal drei Wochen ist die 1:3-Pleite von Rehden her – aber wer dachte nach diesem denkwürdigen Spitzenspiel noch daran?

Nach dem Landesderby ist vor dem Landesderby.

Am nächsten Spieltag darf unsere Elf nach zuletzt zwei Auswärtspartien in Braunschweig (2:0) und Lübeck (4:0) endlich wieder daheim antreten. Am Sonnabend (30.09.2016, 13.30 Uhr) empfängt sie zum nächsten Spitzenspiel den FC Eintracht Norderstedt an der Bredstedter Straße. Die Rand-Hamburger sind bislang noch ungeschlagen und haben auswärts aus vier Gastspielen acht Zähler geholt. Damit ist ein spannender Fußballnachmittag vorprogrammiert, zu dem doch viele Flensburger Fans kommen mögen. Die Mannschaft hat sich das nach der bärenstarken Leistung vom Freitagabend in Lübeck jedenfalls allemal verdient.

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen (Kap.) – Walter (84. H. Ostermann), Hasanbegovic, Hartmann – Guder, Ebot-Etchi – Arndt (79. Drews), Empen (V/88. Wulff).

Tore: 0:1 Hartmann (8., Strafstoß), 0:2 Hartmann (61.), 0:3 Hasanbegovic (63.), 0:4 Empen (86.).

Zuschauer: 1.896, darunter etwa 80 Flensburger, im Stadion an der Lohmühle in Lübeck.

Schiedsrichter: Malte Göttsch (TuS Hartenholm), hatte mit der bissig geführten Partie einige Probleme, speziell kurz vor der Pause, konnte in der zweiten Halbzeit die erhitzten Gemüter allerdings beruhigen, was letztlich dann auch an den zunehmend klarer werdenden Kräfteverhältnissen auf dem Platz lag.

Die Trainerstimmen:

Der Trainer des VfB Lübeck, Rolf Martin Landerl, sprach enttäuscht davon, dass man sich den Abend ganz anders vorgestellt habe, als mit 0:4 „einen auf den Deckel zu bekommen“. Weiche hatte den besseren Start, sei griffig gewesen. Zudem sei das Spiel ungünstig verlaufen. Nach dem Strafstoßgegentor habe man sich gefangen, doch dann sei erneut der Spielverlauf gegen Lübeck gewesen, als der Schuss zum 0:2 abgefälscht wurde. Der Gegner Weiche ist dann halt stark im Zweikampf und erfahren. Dennoch habe man alles versucht, hinten zudem auf eine Dreierkette umgestellt. Doch schlussendlich sei Weiche clever aufgetreten. Es sei äußerst bitter, zweimal in Folge verloren zu haben, aber nun gelte, es weiter- und künftig besser zu machen. Man müsse nach vorn schauen.

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sprach von „einem unglaublichen Spiel“ von unserer Seite, um dann aber sogleich weniger euphorisch einzuschwenken: Die Leistung sei „mehr als recht ordentlich“ gewesen. „Die Mannschaft war topp vorbereitet auf einen Gegner, der sicherlich die Pokalniederlage und die Niederlage aus der Vorwoche beim HSV II wegstecken wollte“, so der SC-Trainer. „Das wussten wir. Wir waren hellwach und zweikampfstark von Beginn an, waren mutig und zudem variabel.“ Das 1:0 sei unserer Mannschaft entgegengekommen. Auch in der zweiten Halbzeit sei sie sofort hellwach und präsent gewesen. Abschließend fasste der Trainer zusammen: Es war eine „ganz hervorragende Leistung, die uns tolle, verdiente drei Punkte brachte“. Da sei es beinahe egal, ob man 1:0 oder 4:0 gewinnt.

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