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Flensburg siegt und zieht ins Halbfinale

Quelle Zerth

Sport

Flensburg siegt und zieht ins Halbfinale

Mit Geduld und Ruhe zum 1:0-Heimsieg

Mit einem mühsamen, aber verdienten 1:0-Heimerfolg konnte der SC Weiche Flensburg 08 am 14. Spieltag der Regionalliga Nord den Rückstand auf Tabellenführer Hamburger SV II um zwei Punkte verkürzen und am VfL Wolfsburg II vorbei wieder auf Rang zwei stürmen. Während beide Mitkonkurrenten bei ihren Auswärtspartien in Rehden (0:0) bzw. Braunschweig (2:2) über Unentschieden nicht hinauskamen, gelang es unserer Mannschaft, den Abwehrriegel der SV Drochtersen/Assel zu knacken. Vor 503 Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion hatte Weiche bei diesmal nur wenig Regen deutlich mehr vom Spiel, wenngleich sich die Zahl großer Tormöglichkeiten in argen Grenzen hielt. Für die kompakt agierenden Gäste war es beim immerhin schon siebenten Auftritt in der Fremde die erste Auswärtsniederlage. Und es bleibt für die Kehdinger dabei: Auch im dritten Anlauf nach 0:4- und 0:1-Niederlagen gelang in Flensburg kein eigener Treffer.

Trainer Daniel Jurgeleit vertraute der gleichen Startelf wie vor einer Woche beim SSV Jeddeloh II.

Selbst in der taktischen Aufstellung gab es keine Änderungen. Selbst der 18er Spieltagskader war, von einer Ausnahme abgesehen, identisch: Der zuvor angeschlagene etatmäßige Kapitän Christian Jürgensen kehrte ins Aufgebot zurück und kam auch zum Kurzeinsatz, sodass sich die verletzungsbedingte Ausfallliste auf sechs verringerte: Finn Wirlmann, Jannis Pläschke, Benjamin Safo-Mensah, Nedim Hasanbegovic, Florian Meyer und Nico Empen.

Die Partie begann vielversprechend.

Keine drei Minuten waren gespielt, als Jonas Walter einen Dropkick aus gut 20 Metern nur knapp vorbeisetzte (3.). Wenig später tankte sich unsere Mannschaft am linken Strafraumeck wunderbar durch die Abwehr der Kehdinger, Jonas Walter passte quer zu René Guder, der das Tor aus 14 Metern mit Flachschuss haarscharf verfehlte (12.). Gerade dieser sehenswerte dynamische Angriff mit Kombination über drei, vier Stationen machte Lust auf mehr. Er zeigte, wie man die kompakte Defensive der Gäste hätte knacken können. Aber Weiche – zu jenem Zeitpunkt bereits mit Fabian Arndt für den verletzt ausgeschiedenen Ilidio Pastor Santos (10.) – verlor zunehmend den Faden. Die Gäste stabilisierten sich und sorgten dafür, dass die Partie an echten Höhepunkten arm blieb, obgleich sie nie langweilig wurde. Weiche war die aktivere Mannschaft, versuchte, in die Offensive zu investieren, ohne in der Defensive zu viel Raum preiszugeben. Gute Chancen sprangen nicht heraus, obgleich auch auf der anderen Seite früh verletzungsbedingt gewechselt werden musste. Torhüter Kühn wurde durch seinen Vertreter Trapp ersetzt (32.).

Die defensiv ausgerichteten Kehdinger lauerten zwar auf Konter, kamen aber kaum zur Entfaltung.

Neumann konnte als Alleinunterhalter im Angriff von „D/A“ seine Gefährlichkeit andeuten, doch dem SC gelang es sehr gut, Gegenstöße frühzeitig zu unterbinden. So dauerte es bis kurz vor der Halbzeitpause, ehe sich auch die Spielvereinigung offensiv zu Wort melden konnte. Der aufgerückte Serra traf aus der Drehung nach einem Eckstoß aus Nahdistanz die Kugel allerdings nicht richtig, sodass der Abschluss deutlich das Tor verfehlte (42.). Wenig später setzte Gooßen seinen Schuss nach guter Einzelaktion am Kasten vorbei (44.). Daher ging es torlos in die Kabinen.

Auch im zweiten Spielabschnitt besaß unsere Mannschaft mehr Ballbesitz, aber keine zündenden Ideen, um die kompakte Defensive der Gäste auszuhebeln. Die besten Torannäherungen gab es bei zwei direkten Freistößen, die Dominic Hartmann jeweils von halbrechts mit dem linken Fuß knapp über den Kasten setzte (61., 63.). Doch dann zahlte sich die Ruhe und Geduld aus: Jonas Walter brachte einen Freistoß von halblinks an das entlegene Fünfmetereck, wo der eingewechselte Tim Wulff am höchsten stieg und den Ball per Kopf nach innen auf Patrick Thomsen legte, der die Kugel nur noch zum 1:0 über die Linie bringen musste (74.).

Weil damit die Defensivstrategie der SV über den Haufen geworfen war, änderte sich nun das Spiel.

Drochtersen suchte jetzt den Vorwärtsgang, doch zu großen Gelegenheiten kamen die Gäste nicht mehr. Am ehesten brannte es einmal im SC-Strafraum, doch mit vereinten Kräften wurde das Streitobjekt aus der Gefahrenzone gebracht (81.). Dagegen hatte Weiche noch zwei dicke Möglichkeiten. Erst tankte sich Torge Paetow auf rechts in den Strafraum, doch René Guder konnte die starke Vorarbeit nicht nutzen, setzte die Kugel rechts vorbei (89.) wie auch in der Nachspielzeit, als Jonas Walter allein auf Torhüter Trapp zulaufen konnte, dann im letzten Moment und nicht genau genug den Ball nach rechts auf den mitgelaufenen René Guder legte, für den der Winkel inzwischen zu spitz war (90.+3). So blieb es beim alles in allem verdienten 1:0-Sieg der aktiveren Gastgeber.

Bei unserer Elf war der Abwehrorganisator und Schütze des goldenen Tores, Patrick Thomsen, der „Mann des Tages“. Außerdem konnten aus einer Mannschaft ohne Ausfälle vor allem Torge Paetow und Jonas Walter überzeugen. Die Gäste hatten hingegen in Abwehrchef Mau, Außenverteidiger Serra und der einzigen Spitze Neumann ihre auffälligsten Spieler.

Für den SC Weiche 08 geht es bereits am kommenden Dienstag (31.10.2017, 13.00 Uhr) mit dem Landespokal-Halbfinalspiel beim SV Todesfelde weiter.

Angesichts des nahen Ziels, das Pokalfinale bestreiten zu dürfen, besitzt diese Partie für beide Vereine eine herausragende Bedeutung. Dabei bringt der gastgebende Fünftligist die Empfehlung mit, in der Flens-Oberliga erst einmal verloren zu haben. Unserer Mannschaft wird die Schwere der Aufgabe bewusst sein, hatte sie doch im Achtelfinale gegen den Todesfelder Liga-Rivalen SV Eichede 120 Minuten und das Elfmeterschießen benötigt, um die nächste Runde zu erreichen, in der bekanntlich Weiche beim VfB Lübeck ebenfalls im Elfmeterschießen siegte.

In der Regionalliga steht dann am darauffolgenden Sonntag (05.11.2017, 14 Uhr) das ebenfalls wichtige Gastspiel beim Tabellendritten, der U 23 des VfL Wolfsburg, auf dem Programm.

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, H. Ostermann – Walter (Kap.), Hartmann (V/84. Jürgensen) – Pastor Santos (10. Arndt/V), J. Ostermann, Ebot-Etchi – Guder, K. Schulz (68. Wulff/V).

Tor: 1:0 Thomsen (74.).

Zuschauer: 503 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

Schiedsrichter: Viatcheslav Paltchikov (Eintracht Groß Grönau/Lübeck), leitete insgesamt mit klarer Ansage und ohne gravierende Fehler, wenngleich man bei den persönlichen Strafen (je dreimal „Gelb“) geteilter Meinung sein durfte.

Die Trainerstimmen:

„Symptomatisch, dass wir so ein Gegentor bekommen“, haderte Gästetrainer Enrico Maaßen auf der anschließenden Pressekonferenz. Seine Mannschaft habe sehr konzentriert gespielt und Weiche nur eine hundertprozentige Möglichkeit gestattet – die letzte in der Nachspielzeit wollte er ausdrücklich aus der Zählung herausnehmen. Dagegen habe seine Mannschaft drei gute Möglichkeiten gehabt. Auch als Weiche mit Wulff einen Zielspieler gebracht hatte, habe man es gut gemacht. Das entscheidende Tor sei bitter, zumal sein eingewechselter Torhüter – das müsste er sich vielleicht noch einmal genau im Video anschauen – da nicht gut ausgesehen habe und nach Aussagen seiner Spieler dem Treffer ein klares Foulspiel vorausgegangen sei. „So ist Fußball“, schloss der enttäuschte Gästetrainer seine Einschätzung.

Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich indes sehr zufrieden. Es sei kein einfaches Spiel gewesen, aber er sei froh, „dass wir stabil und kontrolliert aufgetreten sind“. Der Trainer weiter: „Wir wussten, dass der Gegner nicht einfach zu bespielen ist. Umso wichtiger war es, die Ruhe und Geduld zu bewahren. Darauf wurde auch in der Halbzeitpause noch einmal hingewiesen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das 1:0 reicht mir.“ Seine Mannschaft wolle sich verbessern, aber es sei nicht so, dass man in der Regionalliga einen Gegner einfach mal auseinandernehmen könne.

Gefragt zum anstehenden Pokal-Halbfinale wies Trainer Daniel Jurgeleit darauf hin, dass die Vorbereitung auf das Spiel am Dienstag jetzt unmittelbar beginnen würde. „Wir wissen, dass ein guter Gegner auf uns zukommt. Wir sind der Favorit, aber es wird nicht einfach in Todesfelde. Es wird die richtige Mentalität gesucht. Aber wir wollen gegen eine gute Mannschaft mit aller Macht ins Finale.“

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