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So spricht Flensburg

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Leben

So spricht Flensburg

Flensburg. Bei dem Namen denkt jeder an unser Kraftfahrtbundesamt, Orion, Flensburger Bier oder die Handball-Instanz der SG Flensburg-Handewitt. Aber wie ist das auf Dänisch »Flensborg« oder auf Nordfriesisch »Flansborj«? Die nördlichste kreisfreie Stadt Norddeutschlands. Ach was, Deutschlands. Nördlich liegt dann ja schon Dänemark.

Unsere glücklichen Nachbarn sind ganz nah.

Und was sind wir hier in Flensburg? Genau, mehrsprachig! Aber so richtig. Zweisprachige Ortsschilder. Unter Flensburg steht immer »Flensborg«. Hätten Sie es gewusst? Die zweite Fremdsprache nach Deutsch? Dänisch. In Schulen und Kindertagesstätten.

Und es gibt natürlich die Duborg-Skolen. Das dänische Gymnasium.

Da spricht man non-stop Dänisch. Der Schulverein für Südschleswig macht das schon. Und auch die Medien sind voll am Start. Voll zweisprachig. Die »Flensborg Avis« berichtet täglich über Themen in der Fördestadt. Deutsch und Dänisch. Sport auf Dänisch? Kein Problem! Frag mal »IF Stjernen« oder »Dansk Gymnastik Forening Flensborg«. Fußball, Handball, Eishockey, Tennis, Boxen oder Judo. Alles dabei. Wer es lieber auf Deutsch mag, geht zum »TSB Flensburg« oder »SC Weiche Flensburg 08«, der sich gerade neu formiert.

Wer an den Wochenenden ein bisschen seine Lauscher aufsperrt, hört sehr viel Dänisch auf Flensburgs Straßen. Flensburg ist in vielen Bereichen ein Einkaufsparadies für unsere dänischen Nachbarn. Shopping Deluxe. Der Preise und der Steuern wegen.

Seinen Lamborghini kauft der Däne lieber hinter der Grenze.

Aber auch seine Brillen, seinen Schnaps und die Süßigkeiten. Nordfriesisch ist fast nicht mehr zu hören. Nur der weit verbreitete Gruß der Friesen »Moin Moin« ist noch in aller Munde, Kult und Name des lokalen Anzeigenblattes. Plattdeutsch gibt es noch am Theater der »Niederdeutschen Bühne«. So eine Art Mini-Me des »Ohnsorg« Theaters.

Aber warum das Ganze? Sprachwechsel, meine Freunde. Im Mittelalter noch dänischer Dialekt und später Plattdeutsch. Ab der Reformation war dann Deutsch so richtig dabei. Bis heute. Aber die dänische Minderheit bleibt. Bis heute. Seit 1920 gibt es unseren jetztigen Grenzverlauf. Ja genau, da wo man zu Ferienbeginn immer so lange im Stau steht. So ist Flensburg. So spricht Flensburg.

 

Text: Birthe N.

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