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Wie viel Miete schaffen die Flensburger?

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Leben

Wie viel Miete schaffen die Flensburger?

Moderne Wohnung: Der Ort, wo man aufsteht, um das Radio abzustellen, und merkt, dass es das des Nachbarn ist.Steigende Nachfrage, steigende Preise. Das ist zurzeit ein Teufelskreis und bisher gibt es auch keinen Ausweg. Zu wenig Neubauten bei wachsender Bevölkerung und Nachfrage. Das ist die Not vorprogrammiert sowohl bei Miet-, als auch bei Eigentumswohnungen. Und die Neubauten haben Mängel. Wer Geld hat, wohnt gut, wer es nicht so dicke hat, kommt heutzutage immer mehr ins Schwimmen. Da kennt man seinen Nachbarn etwas genauer, als man eigentlich möchte.

Aber kann denn die Miete so viel schlucken, dass nur noch Abstriche gemacht werden müssen?

Angebote für Eigenheime in Flensburg sind überschaubar und rar.   Wenig Angebote lassen hier die Preiseschere aufklappen. Eine Wohnung in Stadtnähe liegt locker bei über 2500 Euro pro Quadratmeter. In Stadtteilen mit maritimen Flair wie beispielsweise Flensburg Sonwik ist es dann sogar das doppelte. Der Otto Normalverbraucher unserer heutigen Gesellschaft kann sich das einfach nicht mehr leisten und muss dann raus aus der Innenstadt. Aber auch in den stadtfernen Gemeinden Harrislee und Handewitt sind die Preise mächtig gestiegen.

Außerdem fehlt es in Flensburg vor allem an einem: Baugrund.

Der Stadtteil Weiche ist fast vollständig erschlossen. Und auch in dem neuen großen Baugebiet Tarup Süd-Ost sind die meisten Plätze schon weggefischt. Wo noch bauen?

Die wachsende Bevölkerung hängt auch an den Studentenzahlen. Die Nachfrage nach kleinen erschwinglichen Apartments und Wohnungen ist in den letzten Jahren geradezu explodiert.  Die neugestalteten Europa-Universität und der Hochschule umfassen mittlerweile fast 10000 Studenten. Das bedeutet: Der Trend zum Mietpreisanstieg. Auch auf dem Gelände des Campus sieht man neuerdings Container-Bauten. Das geht schneller und die Raumkapazitäten auf dem Campus sind in Flensburg schon lange völlig ausgereizt.

Die Verdichtung der Innenstadt als Hauptziel – hilft das?

Die Stadtplanung setzt auf Geschosswohnungsbau. Das nicht zuletzt durch diese steigenden Studentenzahlen. Die beiden großen Genossenschaften in Flensburg, FAB und SBV, fokussieren dabei ihrerseits mehrstöckige Gebäude für das untere bis mittlere Preisniveau. Ob es ausreicht, Wohnblöcke aus dem Boden zu stampfen, wird man sehen. In jedem Fall wird sich das Flensburger Stadtbild verändern.

Flensburg im Nord-Vergleich noch preisgünstig.

Bei allem Anstieg, der in Flensburg sichtlich spürbar ist, liegt die Fördestadt in dem norddeutschen Trend eher hinten. In Hamburg kostet eine Eigentumswohnung mittlerweile 3500 Euro pro Quadratmeter. Die Nachfrage übersteigt hier bei Weitem das Angebot. Wir sprechen hier von Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent. In Flensburg sind es in diesem Bereich „nur“ 23 Prozent. Kiel und Lübeck liegen bei 27 Prozent. Aber wo ist die Grenze? Wenn dieser Trend immer weitergehen? Kann sich der durchschnittliche Flensburger in Zukunft überhaupt noch eine schöne Wohnung gönnen? Und was ist dann mit Alleinerziehenden, den Studenten und Hartz IV Empfängern?

 Text: Birthe N.

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