Regionales
Plötzlich taucht ein Buckelwal in der Flensburger Förde auf
Seltener Meeresgigant begeistert Beobachter – Experten blicken jedoch mit Sorge auf seinen Zustand. Ein außergewöhnlicher Besucher hat in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen an die Flensburger Förde gelockt: Offenbar wurde der Buckelwal „Hartwin“ erneut in den Gewässern der Förde gesichtet. Für Naturfreunde ist eine solche Begegnung ein echtes Highlight, gleichzeitig beobachten Meeresbiologen und Tierschutzorganisationen die Entwicklung mit großer Sorge.
Der Buckelwal war bereits Mitte Juni erstmals im Kattegat registriert worden und bewegte sich anschließend entlang der dänischen Küste immer weiter Richtung Deutschland. Anfang Juli wurde das Tier mehrfach sowohl auf dänischer als auch auf deutscher Seite der Flensburger Förde beobachtet – unter anderem in der Nähe von Holnis. Inzwischen soll der Wal seine Wanderung bis in die Kieler Förde fortgesetzt haben.
Ein beeindruckender, aber ungewöhnlicher Gast
Buckelwale gehören zu den größten Meeressäugern der Erde und erreichen Längen von bis zu 16 Metern sowie ein Gewicht von rund 30 Tonnen. Normalerweise leben sie im Atlantik und sind in der Ostsee nur äußerst selten anzutreffen. Zwar kam es in der Vergangenheit immer wieder zu einzelnen Sichtungen, doch jeder Besuch eines Buckelwals sorgt erneut für großes Interesse.
Die Flensburger Förde ist dagegen vor allem für ihre Schweinswale bekannt. Größere Walarten verirren sich nur in Ausnahmefällen in die westliche Ostsee.
Experten beobachten die Entwicklung mit Sorge
Nach Angaben von Fachleuten wirkt „Hartwin“ geschwächt und weist deutliche Hautveränderungen auf. Tierschutzorganisationen befürchten deshalb, dass sich der Wal in einer schwierigen Situation befindet. Das schleswig-holsteinische Umweltministerium verfolgt die Sichtungen ebenfalls, sieht derzeit jedoch keinen Anlass für direkte Eingriffe, solange sich das Tier eigenständig fortbewegen kann. Wildtiere sollten möglichst keinen zusätzlichen Stress durch Boote oder Schaulustige erfahren.
Rücksicht ist jetzt besonders wichtig
Wer den Buckelwal entdeckt, sollte ausreichend Abstand halten und keinesfalls versuchen, sich dem Tier mit Booten oder Wassersportgeräten zu nähern. Jeder unnötige Stress kann den ohnehin geschwächten Meeressäuger zusätzlich belasten. Sichtungen können stattdessen den zuständigen Behörden gemeldet werden, damit die Wanderung des Tieres dokumentiert werden kann.
Ob „Hartwin“ den Weg zurück in die Nordsee findet, ist derzeit ungewiss. Viele Menschen in der Region hoffen, dass der außergewöhnliche Besucher die Förde bald wieder in Richtung offenes Meer verlassen kann. Bis dahin bleibt jede Sichtung ein beeindruckendes Naturereignis – und zugleich eine Erinnerung daran, wie außergewöhnlich Begegnungen mit den größten Tieren unseres Planeten direkt vor der Haustür sein können.
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