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Coronakrise: Ein Flensburger Erfahrungsbericht

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Coronakrise: Ein Flensburger Erfahrungsbericht

Wie ergeht es den Flensburger Betrieben während der Corona-Krise? Während einige Unternehmen kaum Veränderungen oder Umsatzrückgänge verspüren, sind andere deutlich schwerer betroffen. Wir haben angefangen, Flensburger Betriebe zu befragen.

Gerade erst eröffnet.

Es ist es noch gar nicht lange her, dass wir einen Bericht – kurz vor der Eröffnung des Fresh Inn in der Großen Straße – herausbrachten. Erst im letzten Dezember ging es im frisch und sehr aufwändig restaurierten Gebäude los. Im November berichtete ich über den „selbst erarbeiteten Erfolg der beiden Schwestern, die durch Engagement und gute Leistung glänzen“. Ich vermutete damals, das der Betrieb eine Punktlandung hinlegen wird.

Und so kam es auch. Sogar in Perfektion.

Es war ein Erfolg von der ersten Stunde an. Kein Wunder, die Flensburger stehen auf die qualitativen und leckeren Lebensmittel des freundlichen Teams. Sehr erfreulich also, wenn unser Mitmenschen sich etwas durch Fleiß und ehrgeizige Arbeit verdienen. Auch das Team, das in den letzten Wochen zusammenwuchs, wirkt auf mich sehr sympathisch.

Aber dann kam Corona

Ein unglaublich schwerer Schlag für das Fresh Inn und viele andere Gastronomen. Mit zwei überschaubaren Standorten (Holm Passage und Große Straße) und mehr als zehn Vollzeitkräften reden wir hier über mehr als 25.000 Euro. Allein für die Lohnkosten. Wenn man jetzt noch die Kosten für Mieten und laufende Kosten addiert… kann sich auch der Laie ausrechnen, wie weit einem die versprochene Soforthilfe weiterhilft.  Natürlich wurden gleich am ersten Tag alle Staatshilfen beantragt, die möglich waren. So auch das zugesagte Kurzarbeitergeld.

Bis heute keine Hilfe

Weder die versprochene Soforthilfe, noch die Kurzarbeitsregelung greifen bisher. Von Zahlungseingängen keine Spur. Kein Einzelfall, wie wir auch Gesprächen mit anderen Unternehmern erfuhren. Schlaflose Nächte sind bei Gastronomen daher aktuell keine Seltenheit. Und diverse Insolvenzen werden folgen. Gerade bei Betrieben, die nur wenige Rücklagen bilden konnten. Hinzu kommt, das viele Gastro-Betriebe gerade die schweren Wintermonate überstanden hatten, in denen eher wenig Besucher kommen.
Wie viele Betriebe können so einen Schaden auffangen und überleben?
Mietschulden, Steuerstundungen und die fehlenden Einnahmen werden schwere Schäden erzeugen. Das wird sich vermutlich erst im Laufe des kommenden Jahres zeigen, aber leider ist mit erheblichen Pleiten zu rechnen. Die Steuerstundungen enden wohl zum 31.12. dieses Jahres, im Frühjahr folgen die jährlichen Steuerabrechnungen. Wir werden wohl alle spätestens dann miterleben, wie sich unser städtisches Gastro-Bild verändert.

Die Betreiberinnen sind sehr enttäuscht

Und ich denke, viele von uns können das nachvollziehen. Denn unsere Politiker haben über die sozialen Medien vollmundige Hilfen verkündet, die bis heute längst nicht allen Betroffenen erreichen. Und auch jetzt – wo die Gastronomie wieder schrittweise öffnet – ist längst nicht alles beim Alten. Reduzierte Tische, Maskenpflicht beim Weg zum Tisch und für den Gang zur Toilette. Jeder Gast muss ein Formular mit seinen Daten füllen. Das verhindert zusätzlich Besucher. Und eine persönliche Anmerkung: Diese Datenerfassung ist wahrlich unsinnig. Denn wer sich intensiv mit unserem bisherigen Krisenmanagement beschäftigt, weiß das diese Daten eine nahezu unbrauchbare Maßnahme darstellen.

Es bleiben nur noch Kreditanträge, um zu überleben

Da Rasa und Jule ihren betrieb sehr professionell betreiben und bis Corona sehr erfolgreich waren, gehe ich von einer Bewilligung des Antrags aus. Aber das wird längst nicht bei allen so sein.

Wir anderen können auch unterstützen:

Nehmt das Angebot der Gastronomen gern in Anspruch, wenn es euch möglich ist. Achtet auf die Abstandsregeln, dann bleiben wir in Flensburg auch weiterhin gesund und erhalten unser Stadtbild! Wir Flensburger sind hilfsbereit und halten zusammen, wenn es darauf ankommt. Das konnte ich in den letzten Jahren oft selbst erleben.

Vielen Dank dafür!

Text: Mark / Kugelsicher-Marketing
Bilder: Julia / Kugelsicher-Marketing

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