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Der Nikolaus war da!

Leben

Der Nikolaus war da!

Es gibt gar keinen Nikolaus? Wer sagt denn so was?  Natürlich gibt es ihn, genauso wie es den Knecht Ruprecht gibt! Im Saarland heißt sogar ein Ort St. Nikolaus. Das dortige Nikolaus-Postamt erhält jährlich tausende Briefe aus aller Welt. Alle Schreiben werden von Helfern beantwortet, die der Nikolaus persönlich eingestellt hat.

In Geschichten von früher wird erzählt, dass Nikolaus ein guter Mensch war. Er war großzügig und kümmerte sich um arme Leute, besonders um Kinder. Nach der Legende soll Nikolaus ein wirklicher Menschenfreund gewesen sein. Er ist einer der beliebtesten christlichen Heiligen, er wird besonders als Schutzpatron der Kinder und der Seeleute verehrt.

Gestern morgen haben sicherlich viele Kinderaugen ungläubig gestrahlt.

Da stellt man einen Schuh, manche auch einen Gummistiefel oder gleich das ganze Paar vor die Tür, und in aller Herrgottsfrühe muss der Nikolaus schon da gewesen sein, oder kam er in der Nacht? Denn der Schuh ist voller Süßigkeiten! Aber das ist noch lange nicht alles! In vielen Flensburger Geschäften durften Kinder einen Schuh abgeben. Die ganz pfiffigen Mütter brachten zusammen mit ihrem Nachwuchs gleich mehrere Schuhe in mehreren Geschäften unter. Wenn schon, denn schon. Zu beachten galt es lediglich, dass das Kind noch ein komplettes Paar zu Hause hat.

Frau Maier hatte im letzten Jahr mächtig Ärger in einem dieser Nikolaus-Süßigkeiten-Laden.

War sie doch mit ihren zwei Kindern am späten Nachmittag, ja früher ging nun wirklich nicht, zu der jährlichen Schuhe-Süßigkeit-Marathon-Abholaktion aufgebrochen und was war passiert? In einem Geschäft der Flensburger Innenstadt war der Stiefel ihrer Tochter leer. Was für ein Affront! Da hat sie dem Geschäftsführer aber den Marsch geblasen. Von wegen Servicewüste Deutschland, der Kunde sei schließlich König. Und überhaupt, ob denn die Angestellten zu dusselig wären, die Schuhe ordnungsgemäß zu füllen. Wenn der Geschäftsführer nicht augenblicklich eine finale Lösung des Problems anbieten würde, dann würde sie mit der Redaktion von Frisches Flensburg Kontakt aufnehmen. Das wäre weitaus unangenehmer, als endlich den Stiefel zu füllen. Der Mark J. würde bei solchen Entgleisungen keinen Spaß verstehen. Eingeschüchtert und hochrot im Gesicht, lief der Gescholtene mit dem Gummistiefel davon. Wie sollte er das nur der Zentrale erklären. Schließlich hatte er die Zahlen für -Nikolaus-außergewöhnliche Süßigkeit-Belastungen- bereits gestern Abend gemeldet.

Das Mädchen bekam dann endlich noch ihren Stiefel, inklusive des Bärtigen aus Schokolade.

Sankt Nikolaus hatte sie gar nicht vergessen. Wahrscheinlich war Knecht Ruprecht Schuld an der Tragödie. Der ist aber auch gemein. Nicht nur dass er mit seiner Rute droht und meckert, nein, der isst auch manchmal den Kindern die Schokolade weg!

Text: Fräulein H.
Bild: Pixabay

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