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Fassadenabsturz: Wie sicher sind Flensburgs alte Häuser?

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Fassadenabsturz: Wie sicher sind Flensburgs alte Häuser?

Der Fassadenabsturz in der Apenrader Straße hat in Flensburg für Aufsehen gesorgt – und wirft eine Frage auf, die weit über das unmittelbar betroffene Gebäude hinausgeht:

Wie sicher sind eigentlich die vielen älteren Häuser in unserer Stadt?

Am Dienstagnachmittag hatten sich an einem Mehrfamilienhaus in der Apenrader Straße großflächig Teile im Dach- und Fassadenbereich gelöst. Aus rund zehn Metern Höhe stürzten die Trümmer auf den Gehweg und begruben unter anderem ein dort abgestelltes Auto unter sich. Weitere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Das Wichtigste: Menschen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.

Mehrere Gebäude mussten jedoch vorsorglich evakuiert werden. Insgesamt waren zwei Vorder- und drei Hinterhäuser mit 35 Wohnungen von den Maßnahmen betroffen. Rund 50 Bewohner mussten zunächst anderweitig untergebracht werden. Auch an einem benachbarten Gebäude waren Risse festgestellt worden.

Ursache bislang nicht abschließend geklärt

Warum sich die Fassadenteile lösen konnten, ist derzeit noch Gegenstand der Untersuchungen. Bekannt ist, dass an dem betroffenen Gebäude bereits seit längerer Zeit Risse vorhanden gewesen sein sollen. Darüber hinaus wird geprüft, ob auch die Bodenbeschaffenheit eine Rolle gespielt haben könnte. Nach Angaben der Stadt befindet sich in diesem Bereich eine sogenannte Torflinse – der Untergrund ist dort also nicht überall gleichermaßen fest. Ob dies tatsächlich mit dem Fassadenabsturz zusammenhängt, ist bislang allerdings nicht geklärt. Die Stadt hat den Eigentümer verpflichtet, einen Gutachter einzuschalten. Das betroffene Gebäude wurde zudem durch Sicherungsmaßnahmen stabilisiert.

Stadt aktiviert erstmals ihren Verwaltungskrisenstab

Wie ernst die Situation genommen wird, zeigt auch die Reaktion der Stadt Flensburg.

Am Mittwoch wurde erstmals seit Einführung dieses Instruments außerhalb einer Übungslage der Verwaltungskrisenstab der Stadt aktiviert. Vertreter unter anderem aus Bauordnung, Berufsfeuerwehr, Betreuung und Integration, Pressestelle und Krisenmanagement kamen zusammen, um die weiteren Maßnahmen zu koordinieren. Und er lenkt den Blick zwangsläufig auf die Gebäudesubstanz der Stadt.

Flensburg ist geprägt von historischer Bausubstanz

Wer durch Flensburg geht, begegnet ihnen überall: alten Kaufmannshöfen, Gründerzeithäusern, historischen Wohngebäuden und teilweise aufwendig gestalteten Fassaden. Sie gehören zum Gesicht der Stadt und machen ja eben den besonderen Charme aus.

Doch alte Bausubstanz bedeutet gleichzeitig, dass Gebäude regelmäßig kontrolliert, gepflegt und instand gehalten werden müssen. Das Alter eines Hauses allein bedeutet dabei keineswegs, dass von ihm eine Gefahr ausgeht. Viele historische Gebäude haben Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überstanden und befinden sich in hervorragendem Zustand. Entscheidend ist vielmehr, wie sich die Bausubstanz entwickelt und ob Schäden rechtzeitig erkannt und behoben werden.

Warum können sich Teile einer alten Fassade lösen?

Die möglichen Ursachen für Schäden an älteren Fassaden sind vielfältig. Über Jahre oder Jahrzehnte können beispielsweise Feuchtigkeit, Frost und Temperaturschwankungen Materialien beanspruchen. Wasser kann über Risse oder beschädigte Fugen eindringen. Gefriert es bei niedrigen Temperaturen, kann die Belastung des Materials zusätzlich steigen. Auch Korrosion an metallischen Befestigungen, Veränderungen im Mauerwerk, Schäden an Mörtel und Fugen oder Bewegungen innerhalb eines Gebäudes können eine Rolle spielen. Hinzu kommen mögliche Veränderungen des Untergrundes oder Setzungen eines Gebäudes.

Wer ist für die Sicherheit verantwortlich?

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für den sicheren Zustand eines Gebäudes zunächst beim jeweiligen Eigentümer. Die Bauaufsicht kann tätig werden, wenn konkrete Hinweise auf Gefahren oder baurechtswidrige Zustände vorliegen. Die Flensburger Bauordnung kann unter anderem bauliche Anlagen überwachen und bei entsprechenden Gefahrenlagen Anordnungen treffen.

Der aktuelle Fall zeigt, wie schnell aus einem zunächst äußerlich begrenzten Schaden

Text: Mark Jürgensen
Bild: Shutterstock

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