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Flensburgs Kampfkunstschule – mit besonderer Ideologie und Ethik

Leben

Flensburgs Kampfkunstschule – mit besonderer Ideologie und Ethik

Wussten Sie, dass sich Schleswig-Holsteins größte Schule für Kampfsportarten in Flensburg befindet? Meine Reihe „Flensburgs interessante Persönlichkeiten“, führte mich kürzlich zu Babak Philip Saviz. Shir o Khan lautet der exotische Name seiner Schule in der Rudolf-Diesel-Straße 3a

Hunderte Schüler trainieren mittlerweile bei Shir o Khan. Es sind Schüler und Kursangebote unterschiedlichster Art: Kinder, Deeskalationstraining für Behörden, Schulen, Senioren, Menschen mit Einschränkung, Selbstverteidigung und Fight Club für Frauen, Yoga und sogar der Haka-Kriegstanz.

Aber warum gehört Babak zu Flensburgs interessanten Persönlichkeiten?

Wegen der Kinder. Babak selbst kenne ich persönlich schon lange und er ist für mich ein durchweg sympathischer, höflicher und freundlicher Kerl. Aber das reicht nicht, um hier einen eigenen Artikel zu bekommen. Vielmehr stieß ich durch diverse Kinder auf Babak. Kinder die ich teilweise gar nicht persönlich kenne, aber deren Held Babak heißt.

Einige Kinder erzählten mir von Ameisen, die sie beim Training rausbringen sollten

Weil das Leben laut ihrem Trainer zu achten sei. Nur ein kleines erwähnenswertes Szenario, aber stellvertretend für die Kampfkunstschule auch gleichzeitig ein besonders wichtiges Zeichen. In Freundschaftsbüchern von Kindern sah ich dann auch wieder Babaks Namen. Das sind diese Bücher, die Schulkinder ihren Freunden zum Ausfüllen mit nach Hause geben. In der Rubrik „Wer ist dein Held?“ fand ich nun schön öfter Babaks Namen.

Babak und sein Team vermitteln die richtigen Werte

Und die sind auch bei Shir o Khan einzuhalten. Werte wie Respekt und Toleranz, Selbstbeherrschung, Geduld und Barmherzigkeit. Es ist dort egal ob man dick, dünn, behindert, stark, Profi oder Anfänger ist. Bis auf Schlägertypen ist dort nahezu jeder willkommen. Es geht grundsätzlich um ein respektvolles Miteinander. Die Anerkennung und Achtung der anderen Schüler.

Babak hat viel erlebt und viel gesehen

Klingt zwar fast so, als wenn der Flensburger Kampfkunsttrainer schon achtzig Jahre auf dem Buckel hätte, ist aber nicht so. Wie komme ich also auf diese Aussage? Babak hat schon einen Krieg miterleben müssen, bevor er als Flüchtling nach Flensburg kam. Besser ausgedrückt: Er hat schon einen Krieg überlebt. Denn es gab viele Tote im Iran-Irak-Krieg 1980-1989. Leichen sah er viele, auch aufgehängte Körper. Und das hat ihn geprägt. Ebenso wie der Tod eines besonders guten Freundes beim Militär. Dieser schmerzhafte Verlust hatte auch Einfluss auf sein heutiges Leben, denn er stellte sich damals die Frage, „ob das leben nicht mehr Sinn und wertvollere Aufgaben bietet“, als so viel Elend und Leid. Dieser Gedanke festigte sich auch während seiner Zeit bei der humanitären Hilfe immer mehr, als er unter anderem in den Slums von Manila und Mumbai unglaubliche Schicksale und Armut erlebte.

Eine Frau reichte ihm dort ihr Neugeborenes, er sollte es mitnehmen

Die Frau erkannte das Elend, das ihr Kind erdulden müsse. Es muss unbeschreiblich schwer für Mütter sein, ihr Kind einem Fremden anzuvertrauen. Aber noch schlimmer erschien ihr das drohende Schicksal, das eigene Kind verhungern zu sehen. Eine Hungersnot, die wir uns in Deutschland wohl nicht ansatzweise vorstellen können.

Heute geben Babak und sein Team wichtige Werte weiter

Heute werden Kinder unterstützt und Zusammenhalt gelehrt. Unabhängig von Hautfarbe und Herkunft. Wer sich mit Babak unterhält und gut zuhört, erlebt das Glitzern in seinen Augen. Wenn er von seiner Zeit in der Klosterschule in Nepal bei den buddhistischen Mönchen erzählt. Oder von seinem Training in Tschechien, mit dem letzten Schüler von Bruce Lee. Aber davon ein anderes Mal mehr.

Das was Babak und seine Kollegen in Flensburg betreiben, ist in den aktuellen Zeiten besonders wichtig. Und deswegen haben Babak, seine Trainerkollegen und die Kampfkunstschule Shir o Khan einen Artikel in meiner Rubrik verdient:

Flensburgs interessante Persönlichkeiten

Text: Mark Jürgensen
Bilder: Kugelsicher-Marketing

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