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Generation Y – Wer braucht schon echte Freunde ?

Smartphone
Bildquelle: Shutterstock

Unterhaltung

Generation Y – Wer braucht schon echte Freunde ?

Die Generation mit den meisten sozialen Kontakten vereinsamt. Ein Paradoxon ?

Als Generation Y wird die Menschengruppe bezeichnet, die zwischen 1980 und 2000 das Licht der Welt erblickte. Das Y bezieht sich sowohl auf die englische Aussprache des Buchstabens (klingt wie „why“) und steht für die Hinterfragung vieler Lebensbereiche (Ernährung, Arbeit, Freizeit etc.) als auch für das charakteristische Tragen von Kopfhörern, die von den Ohren abwärts bis zum Smartphone ein „Y“ bilden.

Und selbst wenn gerade mal keine Musik läuft, ohne Smartphone geht gar nichts. Die Wahl des richtigen Smartphones kann dabei über soziale Isolation entscheiden und heftige Debatten auslösen. Während unsere Großeltern sich der Frage Beatles oder Rolling Stones widmen mussten, geht es mittlerweile um Apple oder Samsung. Doch egal auf welchem Smartphone, die Inhalte sind meist gleich: Facebook, Twitter, Instagram & Co. Soziale Netzwerke wohin man schaut. Aber man muss ja seine „Freunde“ auf dem laufenden halten…#geilesleben

Facebook: 537 Freunde; Instagram: 82 Follower; Kino Dienstagabend: 1 Freund

 Dass soziale Netzwerke nichts mehr mit Freundschaft zu tun haben, sondern es meist nur darum geht mehr Freunde oder Follower zu haben als andere, ist kein Geheimnis. Und damit es immer mehr werden, teilt man alles. Besonders beliebt sind natürlich Fotos von Essen. Es ist aber auch schwierig, sich einen Burger ohne visuelle Unterstützung vorzustellen… Wenn man sich mit realen Freunden trifft und Essen geht oder einen Spaziergang macht, wird dabei in den sozialen Medien alles fleißig geteilt und kommentiert. Man sitzt in der Gruppe zusammen, schweigt und starrt wie gebannt auf das Smartphone, um ja keine Neuigkeit zu verpassen oder den gesamten Abend chronologisch in der Datenbank von Facebook zu speichern.

Doch es ist ein Teufelskreis…

Die Freunde, die man links hat liegen lassen, werden Tage später mit Informationen „überschüttet“, was doch gerade wieder alles spannendes los ist. Selbstverständlich nicht persönlich, sondern über WhatsApp. Eine Sprachnachricht da, ein Video hier und schon weiß der andere (nicht selten ungefragt) Bescheid. Natürlich hätte man sich auch beim Essen auf den neusten Stand bringen können, aber da hatte man ja keine Zeit. #busysociallife

Aber es ist ja auch viel bequemer von der Couch aus in Jogginghose mit allen in Kontakt zu sein, als sich eine richtige Hose anzuziehen und das Haus aktiv und nicht nur virtuell zu verlassen. Warum also die Verabredung um 19:00 Uhr einhalten und nicht lieber um 18:50 Uhr mit einer kurzen Nachricht („SORRY, passt mir heute doch nicht so gut“) absagen ?!

Warum sich mit einem Freund treffen, wenn man doch auch 537 gleichzeitig haben kann ?!

Liegt das an mir oder….

 … werden Verabredungen immer häufiger und immer spontaner abgesagt ?! Und werde ich dabei durch mein virtuelles Ich bei meinen Freunden ersetzt ?!

Was die Generation Y angeht, würde wohl selbst Sartre das Handtuch werfen…

Fakt ist jedoch, dass wir uns vor digitalen (vermeintlich sozialen) Plattformen kaum retten können und völlig überfordert sind, wo wir zuerst das Bild hochladen und was wohl die meisten „Gefällt mir“ und Herzchen bekommt.

Während man sich also den Kopf darüber zerbricht, was man wann und wo hochlädt, um möglichst viele Freunde zu erreichen, sitzt man alleine auf der Couch und zelebriert sein soziales Leben…#havingsomuchfun

Text: Léa S.

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