Regionales
Hoher politischer Besuch in Flensburg: Dobrindt bereits in Sonwik – Sicherheitsgipfel startet morgen
Flensburg rückt für einen Tag in den Mittelpunkt der europäischen Sicherheitspolitik. Am Freitag treffen sich auf Einladung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hochrangige Regierungsvertreter aus dem Ostseeraum in der Marineschule Mürwik. Bereits am Donnerstag ist der Bundesinnenminister in Flensburg eingetroffen – und wurde in Sonwik gesichtet. Wer sich am Donnerstag rund um Sonwik und Mürwik bewegt, dürfte bereits bemerkt haben, dass in diesem Teil Flensburgs ungewöhnlich viel Betrieb herrscht. Vor der Marineschule liegt die Bamberg – ein Schiff der Bundespolizei mit Hubschrauberlandeplatz.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hält sich bereits in der Fördestadt auf.
Auch im Umfeld des Hotels „Das James“ in Sonwik sind die Vorbereitungen auf den hochrangigen politischen Besuch offensichtlich. Der eigentliche Anlass findet nur wenige hundert Meter entfernt statt: In der traditionsreichen Marineschule Mürwik kommen am Freitag, 28. August, Innenminister und Regierungsvertreter mehrerer europäischer Staaten zum „Baltic Sea Security Summit“ zusammen.
Es geht um die Sicherheit im gesamten Ostseeraum
Das Treffen hat einen ernsten Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen neue Bedrohungen durch Drohnen und der Schutz kritischer Infrastruktur. Dobrindt hat dafür unter anderem Amtskollegen aus den baltischen Staaten sowie aus Polen, Schweden, Norwegen und Dänemark nach Flensburg eingeladen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit bei der Abwehr unbemannter Flugsysteme zu verbessern und gemeinsame Strategien zum Schutz wichtiger Infrastruktur zu entwickeln.
Damit geht es um weit mehr als einzelne Drohnen über Flughäfen. Gerade der Ostseeraum ist sicherheitspolitisch in den vergangenen Jahren erheblich wichtiger geworden. Unterseekabel, Energieversorgung, Häfen, militärische Einrichtungen und Verkehrswege gehören zu jener Infrastruktur, deren Schutz für die beteiligten Staaten zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Warum ausgerechnet Flensburg?
Der Ort für das Treffen könnte kaum symbolträchtiger sein. Die Marineschule Mürwik – weithin sichtbar als „Rotes Schloss am Meer“ – bildet seit mehr als einem Jahrhundert den Führungsnachwuchs der Deutschen Marine aus. Seit 1910 werden hier, mit Unterbrechungen, Marineoffiziere ausgebildet.
Und nur wenige hundert Meter weiter beginnt mit Sonwik ein ehemaliges Marineareal, das heute zu den außergewöhnlichsten Hafenquartieren Flensburgs gehört.
Mit dem James Hotel befindet sich dort inzwischen eines der bekanntesten Häuser der Stadt. Das denkmalgeschützte Gebäude selbst hat ebenfalls eine militärische Vergangenheit: Es stammt aus den 1930er-Jahren und diente früher unter anderem als Torpedoschule und Heizwerk der Marine.
Dass sich Bundesinnenminister Dobrindt bereits am Donnerstag in diesem Bereich aufhält, zeigt jedenfalls: Der internationale Gipfel wirft seine Schatten voraus.
Flensburg für einen Tag im politischen Fokus
Für Flensburg ist das Treffen außergewöhnlich. Entscheidungen über Drohnenabwehr, hybride Bedrohungen und den Schutz der Infrastruktur im Ostseeraum werden sonst vor allem mit Berlin, Brüssel oder den Hauptstädten der nord- und osteuropäischen Staaten verbunden.
Am Freitag wird darüber unmittelbar an der Flensburger Förde gesprochen.
Und möglicherweise werden viele Flensburger von dem Besuch zunächst nur durch unzählige Polizeifahrzeuge, Sicherheitskräfte und ungewöhnliche Fahrzeugkolonnen etwas mitbekommen.
Foto: Shutterstock
Text: M. Jürgensen