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Mama, leg doch bitte mal das Handy weg…

Leben

Mama, leg doch bitte mal das Handy weg…

In Hamburg fand eine Kinder-Demo statt. Einige Dutzend Kinder protestierten lautstark gegen den Handy-Konsum ihrer Eltern. Angemeldet wurde die Demonstration von dem Vater des sieben Jahre alten Emil, der die Idee zu der Veranstaltung hatte. „Spielt mit mir! Nicht mit euren Handys!“, oder „Chatte mit mir und nicht mit dem Handy!“, standen auf den Plakaten, die die Kleinen hochhielten. 

Was soll ein Kind von der Mama denken, die quasi rund um die Uhr an ihrem Smartphone daddelt, anstatt mit der Tochter oder dem Sohn die gemeinsame Zeit sinnvoller zu verbringen. Was soll ein Kind von dem Papa denken, der zerfahren und abgelenkt wirkt, weil er ständig in die Tasten hauen muss, anstatt sich auf das gemeinsame Kartenspiel zu konzentrieren und die Zeit mit dem Junior zu genießen. Aber was soll ein Kind erst denken, wenn es spürt, dass ein Handy viel wichtiger, interessanter und liebenswerter ist, als der eigene Sohn, die eigene Tochter.

Sind viele von uns im Handy-Gaga-Modus?

Was ist eigentlich mit so vielen Menschen passiert, die tatsächlich ernsthaft glauben ohne die digitalen Medien kein erfülltes Leben mehr leben zu können? Fühlen sie sich besonders wichtig und wertgeschätzt, wenn alle paar Minuten ihr Handy bimmelt oder brummt? Fühlen sie sich deshalb besonders wichtig, weil sie zu allen nur erdenklichen Themen ein gewichtiges Wörtchen mitzureden haben? Drehen diese Leute schier durch, weil es bei facebook eine Störung gibt und sie doch gerade der Gemeinde beschrieben und bildlich dargestellt haben, dass sie im heimischen Flur die Kommode an die andere Wand geschleppt haben. „Sieht doch toll aus, oder was meint ihr?“ Nun sollen die likes und Komplimente kommen und das Ding geht nicht. Merde. Bei einigen könnte man fast schon meinen, dass sie hohe Defizite in ihrem privaten Umfeld haben und sich in eine Parallelwelt flüchten.

Aber vor den eigenen Kindern flüchten?

Ein Kind darf niemals in Konkurrenz mit einem Teil stehen, dass uns zwar mit der ganzen Welt verbindet, uns hunderte von fb Freunden beschert, aber manches Mal mit der realen Welt soviel zu tun hat, wie ein Walross mit der Flensburger Förde. Also, liebe Eltern, verliert die wirkliche Welt nicht aus den Augen, stellt eure Kinder in den Mittelpunkt, sie werden es euch danken. Nichts kann wichtiger sein, als Kinderhände um den Hals zu spüren, in ein glückliches Gesicht zu sehen oder einen feuchten Kuss zu bekommen.

Text: Fräulein H.
Bild: Shutterstock

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