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Missbrauch – unsere gequälten Kinder

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Leben

Missbrauch – unsere gequälten Kinder

Da kommt ein kleines Bündel Mensch auf die Welt und es gibt wohl kaum eine Mutter oder einen Vater, die/der sich nicht augenblicklich unsterblich in das eigene Baby verliebt. Ein einziger Rausch des Glücks, der Hoffnungen, der guten Vorsätze nimmt seinen Lauf. Wir versprechen unserem Kind schon Stunden nach der Geburt es immer zu beschützen, immer zu lieben, immer da zu sein, heute und in Zukunft.

In unserem Land gibt es ca. 14.000 (!) angezeigte Missbrauchsfälle pro Jahr. Die Dunkelziffer dürfte weit aus höher sein. Wir stellen uns also eine kleine Stadt vor, hinter der das Grauen hinter jeder Gardine wohnt. Oft kommen die Täter aus der eigenen Familie, der Nachbarschaft, dem näheren Umfeld. Pädophilen gelingt es nur zu oft, eine emotionale Abhängigkeit zu ihren Opfern aufzubauen. Sie drehen die Frage der Schuld um, sie drohen, sie demütigen, sie machen die kleinen Opfer zu Tätern. Oft gehen die sexuellen Handlungen bis in die Pubertät hinein. Ein bisschen lieb sein, es bleibt ja unser Geheimnis, machen andere doch auch, ist doch nicht schlimm, das ist doch normal. Nein, verdammt, es ist nicht normal! Niederträchtig und entmenschlicht trifft es wohl eher. Genauso wenig wie es normal ist, dass gestandene Männer einmal jährlich nach Thailand oder die Philippinen fliegen, um schwitzend und mit sabberndem Mund ein 12 jähriges Mädchen zu entjungfern!

In den letzten Jahren wurden unzählige Missbrauchsfälle, wenn auch mehr als zögerlich und halbherzig aufgearbeitet, die sich in Einrichtungen der Kirchen abspielten. Hier waren auch gern katholische Priester ganz vorne mit dabei. Die katholische Kirche muss höllisch aufpassen, dass sie nicht zu einem Sammelbecken gestörter Männer wird, die unter dem Deckmantel der Enthaltsamkeit und Nächstenliebe ihre abartigen und perversen Neigungen ungestört ausleben können! Natürlich gibt es keinen Grund alle Priesteranwärter als potenzielle Pädophile abzukanzeln, aber wachsam sollten wir allemal sein und unseren Kindern zuhören, wenn sie von seltsamen Begegnungen erzählen.

Ein Fall von unermesslicher Grausamkeit ging gerade durch die Medienlandschaft. Eine „Mutter“ und ihr Lebensgefährte, der Stiefvater, haben jahrelang den heute zehnjährigen Jungen vergewaltigt, misshandelt und an Freier im In- und Ausland verkauft. Selbst hartgesottene Ermittler stießen ob dieser perversen Brutalitäten an ihre Grenzen. Das Verbrechen, das bundesweit für Entsetzen sorgte, ist hinlänglich bekannt. Seit Tagen muss ich an den Jungen denken, der unter einer neuen Identität bei einer Pflegefamilie lebt. Er muss das einsamste und verstörteste Kind der Welt gewesen sein. Gab es denn wirklich niemanden, dem er sich hätte anvertrauen können?  Wer hat in dieser entsetzlichen Spirale eines Gewaltverbrechens alles versagt?! Und was wird nun aus dem Jungen? Kann er überhaupt noch ein Leben leben, dass ihm vielleicht sogar seine eigene Mutter kurz nach der Geburt wünschte? Wird er jemals in der Lage sein, einem Menschen wieder zu vertrauen oder zu lieben? Wird er jemals über den erfahrenen Schmutz und Dreck, die Demütigung , den Zwang und den Schmerz hinwegkommen?

Wir alle sind gefragt. Wir dürfen nicht weggucken, wir dürfen uns nicht wegducken. Passen wir nicht nur auf unsere, sondern auch auf die anderen Kinder auf!

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