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Offener Brief an Hundehalter

Leben

Offener Brief an Hundehalter

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Wie ist es aber umgekehrt? Ich lebe gern mit euch zusammen. Ich freue mich immer, wenn wir in Solitüde am Hundestrand sind und ich so richtig laufen und toben kann. Jetzt bin ich schon fünf Jahre alt. Ich bin eure Fellnase, ein bildhübscher Golden-Retriever-Hund. Nur die täglichen Gassirunden gehen mir gewaltig auf den Sack. Denn für das Entfernen meiner Hinterlassenschaften fühlt ihr euch nicht zuständig

Klaus versteckt sich hinter einem Werbeplakat, 1,84m entfernt von mir, guckt in eine andere Richtung und pfeift den Radetzkymarsch. Wenn ich fertig bin hat er es sehr eilig und zerrt an der Leine herum. Bärbel ist kein Stück besser. Sie sagt: „Solange die Reiter die Pferdeäpfel ihrer Lieblinge nicht wegmachen, mache ich das auch nicht.“ Allerdings haben wir noch nie ein Pferd auf dem Südermarkt oder sonst wo kacken sehen. Klaus sagt, er zahle ja schließlich Hundesteuer. Thema erledigt. Dann können ja alle Autofahrer, denn immerhin zahlen die auch Steuern für ihren PKW, ihre abgewrackten Autos in der Stadt verteilen. Sieht bestimmt nett aus. Hier ein zersplitterter Außenspiegel, da ein verdreckter Auspuff. Drei Straßen weiter ein zerbeulter Kotflügel.

Herr google sagt in Flensburg gibt es 3.500 Hundehalter

Wir Hunde hinterlassen täglich durchschnittlich 300g Kot. Pro Tag kommen also über eine Tonne Hundekot zusammen! Meine Kollegen der Urlauber und Tagesgäste lasse ich mal außen vor. 120 Hundekottüten-Spender stehen in unserer Stadt für die umweltfreundliche Entsorgung bereit. Für umsonst, meine lieben Menschen!

Die scharfe Lassie-Lady aus dem dritten Stock guckt mich nur noch herablassend an

Sie weiß also auch schon Bescheid. Dabei bin ICH doch gar nicht gewissenlos und kaltschnäuzig und meine Bärbel und mein Klaus sind es eigentlich auch nicht. Es ist mir peinlich, ihr seid mir peinlich. Die anderen Menschen schütteln mit dem Kopf, rümpfen die Nase und gucken mir böse hinterher.

Es ist unhygienisch, rücksichtslos und ekelhaft

Was stimmt mit euch nicht? Ihr seid doch sonst ganz passable und liebe Menschen. Also, lieber Klaus und liebe Bärbel, wenn wir ziemlich beste Freunde bleiben wollen, dann macht in Zukunft meinen Dreck weg. Kommt aber nicht auf die Idee, die Hundekotbeutel in den nächsten  Rinnstein zu schmettern, oder bei Ausflügen in Knicks und Grünflächen. Nehmt die Kacke mit nach Hause und werft sie in die Restmülltonne. Fangt gleich HEUTE damit an.

 

Bild: Shutterstock

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