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Offener Brief an Petrus

Leben

Offener Brief an Petrus

Wir Küstenkinder wohnen zwischen den Meeren und sind immer auf eine steife Brise vorbereitet. Aber wir Nordlichter haben uns so gar nicht auf eine regelrechte Hitzewelle einstellen können, viele von uns sind schier verzweifelt! In den letzten Jahren hat uns das büschen Sturm und Regen zu keinem Zeitpunkt aus der Spur gebracht. Gut, manchmal haben wir gemeckert und neidisch auf den Süden unserer Republik geschielt.

Aber zur sommerlichen Höchststimmung genügten uns abends ein oder auch zwei Kaltgetränke oder auch ein paar Tassen Pharisäer. Jemand spielte Schifferklavier, wir sangen Seemannslieder und unsere Flens-Welt war wieder in Ordnung. Und nun? Nun bleiben unsere Regenjacken, Regenschirme, Südwester, Prinz Heinrich Mützen und Gummistiefel im Schrank. Stattdessen tragen wir Jesus Schlappen und überlegen, was wir denn noch so an lästigen Textilien weglassen könnten. Über Flensburg hängt eine ausgeprägte  Dunstglocke voller Dreck, Staub und Abgasen.

Vielleicht woll(t)en Sie uns, lieber Herr Petrus, diese Dunstglocke anschaulich näherbringen und uns mal so richtig einen vor den Bug knallen

Uns wachrütteln, sozusagen. Es hat geklappt! Wir werden uns über unsere wunderschöne Mutter Erde wieder mehr Gedanken machen und unser aller Verhalten überdenken. Als Sofortmaßnahme versprechen wir, unseren Müll nicht mehr an den schönen Stränden unserer Region achtlos liegen zu lassen. Wir versprechen, dass wir in Solitüde, in Hasselberg, in der Geltinger Bucht, im Ostseebad, ach, überhaupt an allen Stränden, unseren Dreck wieder mitnehmen.

Wir schmeißen nicht mehr mit Plastik durch die Gegend

Wir buddeln unsere Kippen nicht mehr im Sand ein. Wir lassen auch keine Schnapsflaschen mehr am Wegesrand stehen. Im Frühjahr brauchen keine Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer mehr unsere Gräben und Felder zu säubern. Sie brauchen nicht mehr unzähligen Müll sammeln, denn wir schmeißen unseren Abfall nicht mehr ohne Sinn und Verstand aus dem Autofenster oder laden unseren Restmüll irgendwo in der Natur ab. Wir lassen auch mal unseren PKW stehen und gehen die drei Schritte zum Bäcker zu Fuß. Wir werden mit unseren Energien im besten Sinne des Wortes wieder vernünftig umgehen. Wir verneigen uns beschämt vor unserem Planeten und bereuen zutiefst, was wir ihm zugemutet haben.

Lieber Herr Petrus, bitte sprechen Sie mit der Regen-Fraktion und der Abteilung Starke Brise

Das eine oder andere kräftige Gewitter nehmen wir gern in Kauf. Ein Gewitter kann so unbeschreiblich herrlich die Luft reinigen. Und wenn dann die Luft wieder einigermaßen klar und sauber ist, dann darf Frau Sonne gerne wieder um die Ecke kommen.

Wir haben verstanden! Zumindest die Intelligenten 😉

Text: Fräulein H.
Bild: Shutterstock

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