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Organentnahme – Widerspruchslösung gescheitert

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Organentnahme – Widerspruchslösung gescheitert

Heute fand im Bundestag die Abstimmung über die Pläne des Bundesgesundheitsministers Spahn zu Organspenden statt. Mit 379 zu 292 Stimmen ist die sogenannte Widerspruchslösung gescheitert. Der Gesetzentwurf sah vor, dass jeder von uns potentieller Spender ist, sofern er nicht explizit Widerspruch einlegt.

Die Grünen-Chefin Baerbock legte einen Alternativvorschlag vor

Dieser sieht vor, dass durch regelmäßige Abfragen bei der Ausweisstelle oder beim Hausarzt, aktiv auf das Spenden von Organen hingewiesen wird. Mit 432 zu 200 Stimmen wurde der Entwurf gebilligt.  Was heißt das? Es ändert sich kaum etwas. Ich muss weiterhin selbst aktiv werden und durch einen Spenderausweis verfügen, dass meine Organe entnommen werden dürfen.

Im Vergleich zu anderen Ländern gehören wir zum absoluten Schlusslicht

Zumindest, wenn es um die Bereitschaft zum Organspenden geht. Über 9000 Patienten warten sehnlichst auf ein neues Organ.

Im Jahr 2018 gab es 955 Organentnahmen deutscher Spenderinnen und Spender.

Eine erschreckend geringe Zahl. Die Frage ist also, warum ist die Bereitschaft in unserer Gesellschaft derart ablehnend. Liegt es an der mangelhaften Aufklärung, an den Skandalen rund um das Thema Organspenden? Liegt es daran, dass Menschen aus ihrer großen Armut heraus eine ihrer Nieren verscherbeln? In China werden Hingerichteten Organe entnommen – und gegen Bezahlung offenbar auch Patienten aus dem Westen implantiert.

Über allem schwebt aber die Frage, wann ist ein Mensch tot?

Erschütternde Eindrücke Hinterbliebener, oder die empfohlene Gabe von Fentanyl vor der Organentnahme, sind nur zwei Stichworte, die ich anführen möchte. Fentanyl ist ein Schmerzmittel mit 100-fach stärkerer Wirkung als Morphium. Kann die Wissenschaft also doch nicht ausschließen, dass der Hirntod zum Sterbeprozess gehört und betroffene Menschen doch noch etwas wahrnehmen?

Um uns alle für dieses Thema zu sensibilisieren, müssen uns die Ängste und Vorbehalte genommen werden. Transparent, ehrlich und offen. Talkrunden mit zwei Medizinern und drei Meinungen werden auch weiterhin nur noch mehr Argwohn schüren und unsere eigene Meinung bestätigen, ob so oder so.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Jeder Mensch gehört sich selbst. Er kann kein beliebiges Ersatzteillager für Dritte sein. Auch nicht durch die Hintertür. Aus diesem Grund lehne ich die Widerspruchslösung ab.

Text: Fräulein H. 
Bildquelle: Shutterstock

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