Regionales
Traditionsbäckereien Hansen Mürwik und Stadtbäckerei Nissen in der Krise
Hunderte Arbeitsplätze sind bedroht. In unserer Region blicken gleich zwei traditionsreiche Handwerksbäckereien ungewissen Zeiten entgegen. Sowohl Hansen Mürwik aus dem Raum Flensburg als auch die Stadtbäckerei Nissen aus Glücksburg mussten Insolvenz anmelden – ein doppelter Schlag für eine Branche, die seit Monaten unter massivem Druck steht.
Bei Hansen Mürwik, einem Betrieb mit über hundertjähriger Geschichte, hatte ein umfassender Modernisierungskurs zunächst die Hoffnung auf einen Neuanfang geweckt. Doch Investitionskosten, steigende Energiepreise und höhere Personalausgaben führten dazu, dass die finanzielle Basis ins Wanken geriet. Produktion und Filialbetrieb laufen zwar weiter, doch für die rund 145 Mitarbeiter bleibt die Zukunft ungewiss.
Auch die Stadtbäckerei Nissen, die ebenfalls zu den regionalen Traditionsbetrieben zählt, kämpft ums Überleben. Der aktuelle Inhaber hatte erst vor kurzer Zeit das Steuer übernommen, musste jedoch feststellen, dass sowohl wirtschaftliche Fehlentscheidungen als auch seine eigene gesundheitliche Situation den Betrieb stärker belasteten als erwartet. Rund 80 Beschäftigte warten nun darauf, ob ein Sanierungsweg gefunden werden kann, der ihre Arbeitsplätze sichert.
Beide Insolvenzen verdeutlichen, wie angespannt die Lage für handwerklich arbeitende Bäckereien inzwischen ist. Während Discounter Brot zu Niedrigpreisen anbieten, kämpfen Traditionsbetriebe mit massiv gestiegenen Kosten und einem veränderten Konsumverhalten. Laut aktuellen Berichten wurden 18.000 Tonnen Teiglinge aus Asien importiert.
Ob für Hansen Mürwik und die Stadtbäckerei Nissen Investoren gefunden werden oder neue Konzepte sie retten können, wird sich erst im Laufe der kommenden Monate zeigen.
Fest steht: Die Entscheidungen der Insolvenzverfahren haben direkte Auswirkungen auf die Lebensgrundlage vieler Mitarbeiter – und auf ein Stück regionaler Backkultur.
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