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Verschenken wir Zeit

Bildquelle: unsplash.com

Leben

Verschenken wir Zeit

Das Fest der Liebe nähert sich mit Riesenschritten. Die ersten Weihnachtsplaner werden schon hibbelig:

  • Gibt es in Handewitt einen Weihnachtsmarkt?
  • Suche noch dringend einen Weihnachtsmann!
  • Haben Bäcker am 1. Feiertag geöffnet?
  • Wo kann ich Heiligabend lecker essen gehen?
  • Wo kaufe ich meine Nordmanntanne?
  • Kann ich meine Tanne selbst schlagen?
  • Wo kaufe ich eine frisch geschlachtete Pute?
  • Bis wann kann ich Geschenke nach Weihnachten umtauschen?

Apropos Geschenke. Laut einer Statistik planen wir in diesem Jahr pro Nase insgesamt 472,30 Euro allein für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Das sind etwa sieben Euro mehr als 2017. Puh! Kaspar, Melchior und Balthasar brachten zur Geburt von Jesus Gold, Weihrauch und Myrrthe mit. Finanziell also durchaus überschaubar. Vielen steht schon heute der blanke Schweiß auf der Stirn, wenn sie nur an das Fest der Feste denken. Nicht allein wegen der Geschenke, denn jeder kann ja schließlich seinen finanziellen Rahmen selbst abstecken. Problematisch und zuweilen peinlich wird es nur, wenn die Familie sich in die Hand versprochen hat nichts mehr zu schenken und man wie ein begossener Pudel vor der edlen Tanne seht. Denn natürlich haben alle Familienmitglieder eine klitzekleine Kleinigkeit. Nein, die Schweißperlen bekommt auch so mancher, wenn er nur an den zu erwartenden Besucher-Marathon denkt. Geflügel und Rotkohl satt!

Im Radio und den Geschäften hört man in der Adventszeit so gut wie kein deutsches, traditionelles Weihnachtslied mehr. Warum eigentlich nicht? Den ganzen Tag laufen ein paar Songs in Dauerschleife. Wenn nichts mehr geht, dann geht noch der Rudolph mit seiner roten Nase. Draußen werden die Menschen hektisch. Viele laufen mit langen Zetteln und zuweilen auch Gesichtern durch Flensburg. Habe ich an alles gedacht? Geschenkpapier, Deko, Naschteller, Zutaten zum Weihnachtsessen… Was mache ich, wenn ich etwas vergessen habe? Innerliche Entwarnung. Zum Glück gibt es Flensbook. Da kann ich in größter Not auch noch am Heiligabend um Hilfe bitten.

Es liegt nur an uns, wie wir die Adventszeit und die Feiertage verbringen möchten. Niemand wird verhaftet, weil sich seine eigene Meinung weit von der gesellschaftlichen Norm entfernt hat. Es gibt viele soziale Einrichtungen, deren Bewohner sich über eine kleine Aufmerksamkeit oder einen Besuch freuen. Wir können die Adventszeit und Weihnachten auch noch heute ohne künstlich erzeugten Stress und unsinnigen Verlegenheits-Geschenken mit viel Freude verbringen.

Verschenken wir Zeit!

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