Folge uns
.

Von Plastik-Tussen, Nagelfeen und dem notgeilen Universalhackspecht

Unterhaltung

Von Plastik-Tussen, Nagelfeen und dem notgeilen Universalhackspecht

Und warum wir Heidi Klum endlich vom Hof jagen sollten

Tattoos, Fingernägel, Hairstylisten und immer häufiger auch medizinische Eingriffe. Es ist erstaunlich, wie häufig in sozialen Medien nach Empfehlungen für optisch aufpimpende Dienstleister gefragt wird. Längst sind Tattoos, Fingernägel und Haare nicht mehr genug. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass Männer den Begriff „Nagelfee“ als verwirrend empfinden. Denn es geht gar nicht um eine Darstellerin in einem Feenkostüm, die von Lustmolchen umringt ist. Die Pornotitel unserer Jugend tragen eine gewisse Mitschuld an dieser anzüglichen Ambiguität. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie wichtig ist uns unser Aussehen und wie wird sich unser Verlangen nach Attraktivität entwickeln?

Bei den Schönheits-Operationen hat die Brustvergrößerung mittlerweile die Fettabsaugung überholt.
Bei den Männern werden die Augenlider häufiger gestrafft, als das Fett abgesaugt. Quelle: Statista
Die Häufigkeit der medizinischen Eingriffe zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Und immer mehr Menschen verschulden sich auch für den kosmetischen Eingriff. Bei Eingabe des Suchbegriffs „Finanzierung Schönheitsoperation“ gibt es unzählige Anbieter, die Plastiktitten auf Raten anbieten.
Selbst in den günstigeren Ländern – wie Tschechien – können Sie sich problemlos per Finanzierung liften oder die Geheimratsecken mit Nackenhaar auffüllen lassen.

Erschreckend: besonders häufig verschulden sich junge Frauen

Laut der Schweizer Redaktion 20 Minuten sind es besonders häufig junge Frauen, die sich per Ratenzahlung unters Messer legen. Kein Wunder. Denn Erziehung und Medien signalisieren schon ab der Kindheit, dass Frauen hübsch zu sein haben. Deswegen sind Fernsehformate besonders fragwürdig, die diese Entwicklung unterstützen. Eine Nervensäge wie Heidi Klum vermittelt Mädchen und jungen Frauen, dass sie anderen gefallen sollen? Und dafür nicht mal vor erforderlichen Demütigungen zurückschrecken sollten? Warum lassen wir das zu?

Wir trimmen die Mädchen auf gutes Aussehen

Frauen werden in der Kindheit schon auf „ihre Rolle“ vorbereitet: Das rosa Kleidchen, die Schleife im Haar. Und unbedingte eine süße Babypuppe oder eine hübsche Barbie im Arm. Im Buch „Böse Männer kommen in jedes Bett“ wird beschrieben, wieso Frauen eher auf den Männertyp Playboy mit Porsche stehen oder doch eher den häuslichen Typen mit Familienvater-Eignung bevorzugen. Auch wenn der Buchtitel zunächst nach einer Anleitung für notgeile Universal-Hackspechte klingt, ist es ein Buch von Frauen für Frauen. Es geht um den gesellschaftlichen Anteil des beschriebenen Erziehungsdilemmas.

Warum werden Mädchen und Jungs so fragwürdig erzogen?

Im Buch wird es an einer Stelle ungefähr so beschrieben: Junge oder Mädchen? Stellen sie sich die nächste Grillparty mit den Nachbarfamilien vor. Wenn der achtjährige Max sexuelle Bewegungen imitiert, gibt’s Gelächter: „Wird bestimmt mal ein ganz Wilder, dein Sohnemann“.

Und nun stellen sie sich die gleiche Szene mit einem gleichaltrigen Mädchen vor.

Auch nach mehr als zweitausend Jahren der Zeitzählung gibt es unzählige Kulturen, in denen ich nicht als Frau geboren sein möchte. Beschneidung, Zwangsehe und Verschleierung sind da nur einige Begriffe, die mir in der heutigen Zeit unerklärlich sind. Aber vielleicht fangen wir bei uns selbst mal an. Indem wir jungen Frauen beibringen, das sie nur sich selbst zu gefallen haben.
Das Bildung, Selbstbewusstsein und freie Entwicklung über einem gesellschaftlichen Schönheitswahn stehen.

Wann ändern wir diese fehlgeleitete Erziehung?

Text: Mark Jürgensen
Bildquelle. Shutterstock

 

Mehr aus der Kategorie Unterhaltung

.