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Wie geht es Ida heute?

Bild: IDA

Leben

Wie geht es Ida heute?

Ida hatte oft Bauchschmerzen, war blass, hatte wenig Appetit, die Eltern machten sich große Sorgen und gingen mit ihrer Tochter zum Arzt. Am 22. November 2017 erhielten sie die niederschmetternde Diagnose: akute Leukämie, nämlich AML. Das bedeutet akute myeloische Leukämie. Noch an diesem Tag fuhren die Eltern mit der schwachen Ida in die Universitätsklinik nach Kiel. Es folgten regelmäßige Chemotherapien, intensive Untersuchungen, Punktion des Rückenmarks, Bluttransfusionen. Das Hoffen und Bangen wurde zum täglichen Begleiter der Familie. 40 Tage blieb Ida in der Klinik.

Am 07. Januar 2018 durfte Ida das erste Mal wieder nach Hause.

Es war wohl ihr schönstes Geburtsgasgeschenk, denn sie wurde an diesem Tag 10 Jahre alt. Freunde, Vereine, Familienmitglieder, Unternehmen und die Gemeinde Schafflund hatten inzwischen die Vorbereitungen für eine große Typisierungsaktion organisiert, die am 14. Januar 2018 in der Schule Schafflund durchgeführt wurde und unter dem Motto „Ida helfen“ stand.

Die Beteiligung übertraf alle Erwartungen.

Tausende Menschen versammelten sich, viele ließen sich bei DKMS registrieren. DKMS steht für Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Nach weiteren Untersuchungen und Auswertungen stand kurze Zeit später fest, dass Ida doch keine Spende brauchte. Trotzdem war diese Aktion der überwältigenden Hilfsbereitschaft und des Mitgefühls ein großer Tag für die Typisierung. Denn jeder potentielle Stammzellspender, zwischen 18 und 55 Jahren, kann Leben retten. Selbst online kann man Wattestäbchen bestellen und schickt diese mit der Speichelprobe einfach wieder zurück.

Wie geht es Ida heute?

Ihre Eltern haben mich zum Kaffee eingeladen. Ich lerne Ida kennen und schließe dieses tapfere und liebenswerte Mädchen sofort in mein Herz. Zierlich ist sie, aber voller Lebensfreude. Viele Monate, die sie zwischen der Klinik in Kiel und ihrem Zuhause verbracht hat, liegen hinter ihr. Immer in dem Bewusstsein, dass der steinige und anstrengende Genesungsweg noch nicht zu Ende ist. Sie erzählt von den vielen Untersuchungen, den anderen Kindern der Station und den Ärzten. Lächelnd erinnert sie sich an Dr. Baguette und Dr. Mettwurst. Die beiden sind  Klinikclowns, die einmal wöchentlich die Kinder auf der Station besuchen und so richtig Quatsch mit den kleinen Patienten machen. Sie berichtet aber auch von den traurigen Tagen ihrer Behandlung. Davon, dass sie manchmal mutlos war, Angst und Schmerzen hatte und so froh war, dass ihre Eltern da waren, um sie zu trösten. Aber manchmal, so sagt sie, musste sie ihre weinende Mutter oder ihren weinenden Vater trösten. Immer dann, wenn die Eltern traurig waren und große Angst hatten.

Ida vermisste ihre Geschwister, ihre Freunde, die Schule und den Familienhund Lilly.

Die Chemos seien manchmal schrecklich gewesen und ihre Mutter ergänzt, dass Ida Fieberschübe hatte, die Werte im Keller waren, die Mundschleimhaut sich furchtbar entzündete und Ida künstlich ernährt werden musste. Wenn sie zwischen der anstrengenden Behandlung zu Hause sein durfte, war sie viel zu schwach um zur Schule zu gehen. Also kamen einige Lehrer der dänischen Schule zu ihr, um sie in Deutsch, Dänisch, Mathe und Englisch zu unterrichten. Jetzt geht Ida wieder zur Schule, sie braucht keine Klasse zu wiederholen und darüber freut sie sich natürlich sehr.

Ida, die kleine, aber so große Kämpferin und ihre Eltern schauen wieder optimistisch in die Zukunft.

Sie ist krebsfrei und die Abstände der noch nötigen Therapie werden länger und die Klinikaufenthalte kürzer. Ihre Haare wachsen wieder und sie war sehr zuversichtlich, dass sich auch ihre Locken nach den vielen Chemos für immer verabschieden. Ida mag viel lieber glatte Haare. Dieser Wunsch wird ihr aber nicht erfüllt, wie man sehen kann.

Ida tanzt sehr gerne, sie malt und sie darf endlich wieder schwimmen. Zum Abschied schenkt sie mir ein Bild als Dankeschön an alle, die während der letzten Monate an sie gedacht haben. Auch ihren Eltern ist es wichtig, sich noch einmal für die große Hilfsbereitschaft, die vielen Zeichen der Verbundenheit und die eingegangenen Spenden zu bedanken. Einen großen Teil der Geldspenden hat das Ehepaar direkt an DKMS weitergeleitet.

Wir denken auch weiterhin an dich, liebe Ida, und an alle kleinen und großen Patienten in Kiel oder anderen Kliniken.

Alle Daumen bleiben gedrückt!

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