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Flensburg will auf mehr Ordnung und Sicherheit setzen

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Flensburg will auf mehr Ordnung und Sicherheit setzen

Die Stadt Flensburg will ihre Innenstadt, den Südermarkt, den ZOB und die Hafenspitze sicherer machen. Mehr Präsenz, mehr Ansprechbarkeit, weniger Konflikte im öffentlichen Raum – dafür soll der neue Kommunale Ordnungsdienst (KOD) sorgen. Das Konzept steht, der Startschuss ist in Sicht – und die Erwartungen sind groß.

Was der KOD leisten soll::

Die Innenstadt ist ein vielgenutzter Raum: Einkaufen, Gastronomie, Veranstaltungen, Rad- und Fußverkehr – viele Interessen prallen auf engem Raum aufeinander. Genau hier setzt der KOD an:

  • Präsenz zeigen: Mehr sichtbare Ansprechpartner für alle Bürgerinnen und Bürger.

  • Gefahren abwehren: Von Lärmbelästigung über Jugendschutz bis hin zu Konflikten auf öffentlichen Plätzen.

  • Deeskalieren: Probleme sollen im Gespräch gelöst werden, bevor es eskaliert.

  • Polizei entlasten: Während die Polizei sich um Straftaten kümmert, übernimmt der KOD Ordnungswidrigkeiten und präventive Aufgaben.

Das Konzept sieht ausdrücklich vor, dass Zwang nur im äußersten Notfall angewendet wird – Schusswaffen sind ausgeschlossen, Schlagstöcke und Reizgas dienen ausschließlich der Selbstverteidigung. Der Fokus liegt auf Beratung, Prävention und Bürgernähe.

Warum Flensburg diesen Schritt geht:

Die Ratsversammlung hat die Einführung des KOD beschlossen, weil sich besonders in der Innenstadt in den letzten Jahren immer wieder Konflikte gezeigt haben:

  • Störungen am Südermarkt und ZOB

  • Vermüllung, nächtliche Ruhestörungen

  • Probleme an der Hafenspitze durch unterschiedliche Verkehrs- und Nutzungsinteressen

Der KOD soll hier keine neue „Stadtpolizei“ sein, sondern eine ergänzende Präsenz, die für mehr Ordnung sorgt, schnell ansprechbar ist und aufkommende Konflikte frühzeitig entschärft. Ziel ist ein lebenswerter öffentlicher Raum für alle.

Die hitzige Debatte um den Start

Im Vorfeld wurde das Projekt nicht nur sachlich diskutiert. Auf Facebook bezeichnete ein lokaler Interessenvertreter den KOD polemisch als „Fahrrad-SA“, weil auch Radfahrer an der Hafenspitze kontrolliert werden könnten. Diese Wortwahl wurde schnell wieder gelöscht, nachdem selbst der ADFC-Landesverband die Formulierung als „inakzeptabel“ verurteilte.

Doch unabhängig von unpassenden Vergleichen bleibt die eigentliche Frage: Wie gelingt es Flensburg, mit dem KOD das Sicherheitsgefühl in der Stadt zu stärken, ohne Bürgerrechte einzuschränken? Hier wird es vor allem auf Transparenz, klare Befugnisgrenzen und eine offene Kommunikation zwischen Stadt, KOD und Bevölkerung ankommen.

Fazit: Ein Schritt zu mehr Sicherheit – wenn er richtig umgesetzt wird

Die Einrichtung des KOD ist eine Chance für Flensburg, Brennpunkte wie Südermarkt und Innenstadt spürbar zu entlasten und ein neues Sicherheitsgefühl zu schaffen. Damit der KOD nicht als Kontrollinstanz, sondern als Hilfs- und Servicedienst wahrgenommen wird, braucht es Vertrauen, Fingerspitzengefühl und eine bürgernahe Umsetzung.

Die Stadt hat nun die Aufgabe, das neue Konzept so einzuführen, dass es für alle ein Gewinn wird – für Anwohner, Besucher und den Charakter der offenen Stadt Flensburg.

Bildquelle: Shutterstock

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