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Radio in Schleswig-Holstein wird digital

Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gab den Schleswig-Holstein-weiten Umstieg auf Digitalradio auf der Netzwerkveranstaltung "DAB+ im Dialog" bekannt. | Bildquelle: © Christian Kruppa / Digitalradio Deutschland

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Radio in Schleswig-Holstein wird digital

 

Bei der fünften Auflage der Netzwerkveranstaltung „DAB+ im Dialog“ in der Landesvertretung Berlin war ein Schwerpunktthema die fortgeschrittene Digitalisierung des Hörfunks in Schleswig-Holstein. Bei seinem Vortrag verkündete Dirk Schrödter, Minister für Digitalisierung und Medienpolitk, vor den rund 80 Gästen aus Wirtschaft, Rundfunk und Politik, dass Schleswig-Holstein als ersten Bundesland bis Mitte 2031 Umstieg von UKW auf Digitalradio DAB+ vollziehen wird.

Mehr Medienvielfalt in besserer Klangqualität

Medien spielen eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft. Und das wird auch im digitalen Zeitalter so bleiben, aber Radio muss sich der digitalen Zukunft stellen. In Schleswig-Holstein ist es unser Anspruch als digitale Vorreiterregion, den Weg in die digitale Zukunft und damit auch die Migration von UKW zu DAB+ gemeinsam mit allen Akteuren zu gestalten – mit den öffentlich-rechtlichen und privaten, den großen und kleinen Sendern im Land„, sagte Schrödter bei seiner Rede. „Die Vorteile liegen auf der Hand: Mehr Medienvielfalt in besserer Klangqualität. Aber auch unsere geografischen und topografischen Bedingungen bieten ideale Voraussetzungen für den Weg in die digitale Welt aus DAB+ und IP.

Gemeinsamer Weg von Land und Radiosendern

Private und öffentlich-rechtliche Radiosender haben sich mit der Landesregierung und der Landesmedienanstalt darauf geeinigt, die Programmverbreitung per UKW-Antenne im echten Norden von 2025 bis 2031 schrittweise auf Digitalradio DAB+ umzustellen.

Seit Jahren arbeiten die Radiosender am Ausbau ihrer DAB+ Netze und der Erweiterung der Programmvielfalt, nachdem die rechtlichen Voraussetzungen für den DAB+ Umstieg  bereits in der vorangegangenen Legislaturperiode geschaffen wurden. Für Hörerinnen und Hörer in Schleswig-Holstein bedeutet die Umstellung mehr Vielfalt im Hörfunk.

Menschengruppe
Steffen Müller, Geschäftsführer Antenne Sylt (v.l.n.r.); Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein; Stefan Raue, Intendant Deutschlandradio; Dirk van Loh, Geschäftsführer Regiocast; Sascha Molina, Produktionsdirektor NDR.

Alle ziehen an einem Strang

Bisher verbreiten die meisten Anbieter ihre Programme terrestrisch sowohl über UKW als auch über DAB+. Dieser Parallelbetrieb – der sogenannte Simulcast – soll bis Mitte 2031 in Schleswig-Holstein beendet werden. Radio wird dann via Antenne digital über DAB+ und wie bisher über das Internet zu empfangen sein. „Unser Plan sieht die Umstellung in mehreren Schritten vor: 2025 beginnen wir mit den ersten Sendern und schließen den Prozess 2031 ab„, sagte Schrödter. „Wir setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Radiosendern, unserer Medienanstalt und wir setzen auf die Information der Bürgerinnen und Bürgern. Das funktioniert, weil alle an einem Strang, in eine Richtung ziehen.

In der anschließenden Gesprächsrunde von „DAB+ im Dialog“ diskutierte Schrödter mit Dirk van Loh (Regiocast), Sascha Molina (NDR), Stefan Raue (Deutschlandradio) und Steffen Müller (Antenne Sylt) über die Herausforderungen, aber besonders den Nutzen des DAB+ Umstiegs für die Hörerinnen und Hörer sowie die Radioanbieter selbst.

Viele Vorteile von DAB+ gegenüber UKW

Digitalradio DAB+ folgt auf UKW, ist europaweit der aktuelle Radiostandard und bietet viele Vorteile gegenüber dem analogen Empfang. Der klare, digitale Klang überzeugt zuhause und unterwegs; über Farbdisplays sehen Hörerinnen und Hörer, welcher Song gerade läuft oder wer die Sendung moderiert. Insgesamt gibt es 300 regional unterschiedlich empfangbare Angebote, davon rund 100 exklusiv über Digitalradio DAB+.

In Schleswig-Holstein werden heute über 55 Programme digital angeboten, das sind weit mehr als über UKW-Sender ausgestrahlt werden. Die öffentlich-rechtlichen und privaten Veranstalter in Schleswig-Holstein sehen den Umstieg als gemeinsame Chance zur Weiterentwicklung ihres Mediums Radio. Darüber hinaus ist der Umstieg ein wesentlicher Beitrag zur Stärkung der Medienvielfalt im Land.

Zeitplan zur Umstellung

Im Jahr 2025 wird ein wesentlicher Meilenstein in der Digitalisierung des Hörfunks erreicht. Für RADIO BOB! rockt Schleswig-Holsteindelta radio und Antenne Sylt erfolgt eine vollständige Migration von UKW auf DAB+ und IP-Webradio.

Der NDR wird die DAB+ Versorgung in den Jahren 2025 und 2026 mit der Inbetriebnahme weiterer Sender verbessern, um gleichzeitig den Stromverbrauch bei verbleibenden UKW-Sendern im Sinne der Nachhaltigkeit senken zu können.

In den Regionen Niebüll (2025), Garding (2027) und Husum (2027) sowie auf Helgoland (2026) setzt der NDR beim Programm N-JOY ausschließlich auf das digitale Hörfunkangebot, welches mit einer verbesserten Versorgung einhergeht. Weitere Regionen werden folgen. Seitens des NDR sind ab 2028 weitere Schritte geplant, um 2031 den Umstieg vollzogen zu haben.

Das Deutschlandradio wird ab Mitte 2025 für 16 UKW-Sender auf eine rein digitale Versorgung mit DAB+ umstellen. Auch für das Deutschlandradio wird spätestens 2031 der Umstieg vollzogen sein.

Der Offene Kanal Schleswig-Holstein steigt noch in diesem Jahr in den sogenannten Simulcast ein und plant, zu einem geeigneten Zeitpunkt den vollen Umstieg auf DAB+ durchzuführen.

2026 steht der Umstieg bei Klassikradio sowie für das Freie Radio Neumünster und das Freie Radio Flensburg an. 2027 ist dann Radio Lübeck an der Reihe.

Mit dem Sender R.SH wird Ende Juni 2031 dann der Umstieg von UKW auf DAB+ für alle Beteiligten abgeschlossen sein.

Weitere Informationen

Themenseite zur Umstellung auf DAB+ in Schleswig-Holstein

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