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Stadtwerke & Ratsversammlung – Ideologie vs. Realität?

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Stadtwerke & Ratsversammlung – Ideologie vs. Realität?

Die Ratsversammlung hat gejubelt. Das Klimabegehren Flensburg hat gejubelt. Die Stadtwerke Flensburg werden CO2-Neutral. Aber nach der Party kommt der Kater. Denn bei aller Richtigkeit der Ziele, haben diese einen Preis. Und der ist unglaublich hoch. Zwischen 400 und 600 Millionen Euro schätzen die Stadtwerke Flensburg den Investitionsbedarf ein. Da in den vergangenen Jahren durchschnittlich 13 Millionen Euro Gewinn gemacht worden sind, müssten also die Gewinne der nächsten 30 bis 46 Jahre allein für den Umbau verwendet werden. Die Stadt dürfte keine Gewinne mehr abschöpfen und niedriger ausfallen dürften diese auch nicht.

Die Zeche zahlen mal wieder die Kunden – also Sie und ich.

Auf Fördergelder kann man natürlich hoffen, aber wie realistisch sind diese? Beim aktuellen Heizungsgesetz, wie von Habeck geplant, kommen die Kommunen schlecht weg. Also werden hauptsächlich wir, die Kunden, dafür zahlen müssen. Aber, so sagen vor allem grüne Chefideologen, die erneuerbaren Energien seien ja viel billiger. So dass Kosten in der Produktion eingespart und damit wir Kunden entlastet werden könnten, ohne die Gewinne zu gefährden.

Die Rechnung ohne den Wirt.

Dabei wird entscheidender Punkt übersehen: Die Stadtwerke Flensburg sagen selbst, dass sie durch den Umbau vom Stromproduzenten zum dauerhaften Stromkonsumenten werden. Da der selbst erzeugte Strom nicht für die Versorgung mit Strom und Wärme ihrer Kunden ausreichen wird. Für die CO2-Neutralität müssen daher nicht nur diese Unsummen für den Umbau investiert werden, sondern muss in der Zukunft dann auch immer Strom an der europäischen Strom-Handelsbörse eingekauft werden. Dort aber gilt die Merit-Order:

Man zahlt immer den Preis des teuersten Herstellers.

Solange also irgendwo in der EU noch Strom mit Kohle/Gas/Atomkraft hergestellt und an der Börse gehandelt wird, werden die Stadtwerke Flensburg die entsprechend teuren Preise bezahlen müssen. Selbst dann, wenn sie nur Ökostrom einkaufen. Dem können sie nur entgehen, wenn sie in eigene Stromproduktionen investieren, zum Beispiel Windparks. Damit aber sind weitere Investitionen und Unternehmenseinkäufe verbunden, wie sie die Stadtwerke Flensburg schon früher gerne mal an den Rand des Ruins gebracht haben.

Die Preise werden daher langfristig hoch bleiben und die Menschen in Flensburg belasten.

Die sozialen Verwerfungen werden entsprechend zunehmen. Doch die jubelnden Ratsfraktionen haben keinen Plan für eine sozial gerechte Lösung – außer mehr Geld in einen Härtefallfonds zu stecken. Ein Armutszeugnis einer ideologiegetriebenen Politik, der soziale Fragen schlicht egal sind.

Text: Dr. C. Dewanger
Bild: Shutterstock

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