Regionales
Thomsen Späne: Von Handewitt hinaus in die Welt
Wer das Firmengelände von Thomsen Späne in Handewitt betritt, spürt sofort: Hier steckt mehr dahinter als nur Holz. Gegründet im Jahr 1962, wird der Betrieb heute in der dritten Generation geführt – und das mit echter Familienbeteiligung. Was einst als regionaler Holzhof begann, hat sich über sechs Jahrzehnte zu einem international agierenden Unternehmen mit rund 35 Mitarbeitenden und einem eigenen Fuhrpark von 15 Fahrzeugen entwickelt.
Doch trotz des wachsenden Erfolgs ist vieles geblieben, wie es immer war: kurze Entscheidungswege, ein starkes Miteinander – und der familiäre Geist, der den Betrieb von Anfang an prägt. Ob in der Produktion, in der Logistik oder in der Geschäftsführung – die Familie ist nicht nur im Namen präsent, sondern packt auch heute noch aktiv mit an.
Was verbindet Handewitt mit Kanada, Vietnam oder Australien?
Auf den ersten Blick: wenig. Doch als mir auf Facebook ein Messebericht von Thomsen Späne ins Auge sprang – ein Rückblick auf die IFFA in Frankfurt – wurde ich aufmerksam: Was macht ein regional bekannter Anbieter von Kaminholz auf einer internationalen Fachmesse für Fleischverarbeitung?
Neugierig geworden, traf ich mich mit Geschäftsführer Robin Schaade – und merkte schnell: Hinter der eher bodenständig klingenden Marke verbirgt sich ein Unternehmen mit internationalem Anspruch und einer Produktpalette, die deutlich mehr kann als nur heimische Wohnzimmer heizen.
Vom Holzlager in Handewitt auf Teller in aller Welt
Ein gutes Beispiel: Auf der IFFA – der Weltleitmesse rund um Fleisch, Feinkost und alternative Proteine – präsentierte Thomsen seine Räucherspäne und -hölzer. Was nach Nische klingt, ist in Wahrheit gefragte Ware: Das hochwertige Buchenholz aus dem Norden wird in professionellen Raucherzeugern rund um den Globus eingesetzt – für Wurst, Fisch, Käse oder Fleischersatzprodukte.
„In vielen Regionen der Welt wächst kein Buchenholz – unser Produkt ist dort besonders begehrt“, erklärt R. Schaade. Und die Messe zeigte Wirkung: Neue Exportaufträge gingen nach Kanada, Australien, Mexiko, Indonesien, Tschechien und Rumänien. Sogar Stammkunden aus Südafrika, Chile oder Thailand kamen am Stand vorbei.
Überraschend vielseitig: Späne, Fasern, Substrate
Was Thomsen ebenfalls liefert, wissen die wenigsten:
- Holzfasern für pharmazeutische und technische Anwendungen
- Substrate für die Pilzzucht
- Einstreuspäne für Nutztiere und Haustiere
- Holzextrakte als natürliche Farbstoffe für Lebensmittel
- Und natürlich: Kaminholz und Pellets für Privat- und Gewerbekunden
Mittlerweile gehen über 50 Prozent der Produktion ins Ausland, der Rest wird europaweit vertrieben. Und manchmal landet das Handewitter Holz sogar dort, wo man es am wenigsten erwartet – etwa als farbgebende Zutat im Gewürzketchup oder als Forschungsobjekt in Laboren der Humboldt-Universität Berlin
Bodenständig und global zugleich
Trotz all dieser Internationalität bleibt Thomsen Späne das, was es immer war: Ein inhabergeführter Mittelständler mit klaren Werten, regionaler Verankerung und einem Team, das zupackt. Produziert wird ausschließlich am Standort Handewitt – kein Outsourcing, keine Umwege.
„Wir wachsen, aber verlieren dabei nicht den Kontakt zur Basis“, sagt Robin Schaade. „Ob Nachbar mit Brennholzbedarf oder Industriekunde in Übersee – bei uns gilt für alle: Qualität und Zuverlässigkeit zuerst.“
Fazit:
Was als regionales Holzunternehmen begann, ist längst ein stiller Global Player geworden – mit Produkten, die weltweit gefragt sind, aber mit beiden Füßen in Schleswig-Holstein stehen. Thomsen Späne zeigt eindrucksvoll, dass auch kleine Orte große Geschichten schreiben können.
Text: M. Jürgensen
Fotos: Kugelsicher-Marketing












