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Alles wird teurer: Wie drastisch sich unser Alltag seit 2010 verändert hat

Leben

Alles wird teurer: Wie drastisch sich unser Alltag seit 2010 verändert hat

Können Sie sich noch erinnern? Ein Brötchen für 29 Cent, Butter für 79 Cent und Strom unter 24 Cent pro Kilowattstunde. Klingt wie aus einer anderen Zeit – ist aber gerade einmal 15 Jahre her. Heute zahlen wir für viele Dinge des Alltags doppelt, manchmal sogar dreifach so viel. Viele schaffen das längst nicht mehr.

Energie: Stromschock und Gasexplosion

Beim Blick auf die vergangenen Stromrechnungen reibt man sich die Augen: Aus 23,7 Cent pro Kilowattstunde sind heute knapp 40 Cent geworden. Das sind fast 70 Prozent mehr. Noch heftiger hat es die Gaskunden erwischt – die Preise haben sich schlicht verdoppelt. Energie ist zu einem der  Kostentreiber Nummer eins geworden.

Lebensmittel: Butterpreis fast verdreifacht

Der Einkauf im Supermarkt zeigt den Preissprung am deutlichsten. Butter kostet heute über zwei Euro statt 79 Cent – fast das Dreifache. Auch das Brötchen beim Bäcker hat sich verdoppelt: von 29 auf 65 Cent. Kaffee, Milch, selbst die Grundnahrungsmittel – alles deutlich teurer. Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, verzichten heute viele Menschen auf Lebensmittel, die früher als normal galten. Auch die Suche nach Angeboten wird viel stärker verfolgt.

Wohnen: Mieten und Nebenkosten ziehen an

Wohnraum bleibt einer der größten Preistreiber. Die Kaltmieten sind im Schnitt um 60 Prozent gestiegen, von 5,30 auf 8,50 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen explodierende Nebenkosten: Eine 70-Quadratmeter-Wohnung verschlingt heute im Schnitt 220 Euro im Monat für Heizung und Warmwasser – fast doppelt so viel wie 2010.
Wer heute umziehen will, findet entweder gar keine bezahlbare Wohnung oder kämpft mt den neuen Preisen.

Mobilität: Tanken, Tickets, teurer Reisen

Auch unterwegs wird es kaum billiger. Benzin stieg von 1,40 Euro auf 1,80 Euro pro Liter, mit Spitzenpreisen von 2,20 Euro während der Energiekrise. Monatskarten im Nahverkehr legten um fast 40 Prozent zu, Bahntickets für Fernstrecken kosten im Schnitt ein Drittel mehr.

Freizeit: Kino, Fußball, Friseur – kein Schnäppchen mehr

Selbst Freizeit hat ihren Preis. Kino: 14 Euro statt 8. Bundesliga-Stehplatz: 25 statt 12 Euro. Und auch der Friseur schlägt heute mit 55 Euro zu Buche, statt wie früher mit 35.

Während manche trotz steigender Preise noch relativ entspannt durchs Leben gehen, trifft es viele andere mit voller Härte. Denn sparen kann man vielleicht beim neuen Smartphone oder beim Wochenendtrip – aber nicht bei den Basics. Wohnen, Energie und Lebensmittel sind unverzichtbar. Und genau dort sind die Preise am stärksten explodiert.

Besonders spürbar wird das im Alltag: Eine Familie, die 2010 noch rund 800 Euro Warmmiete für ihre 70-Quadratmeter-Wohnung zahlte, muss heute im Schnitt etwa 1.300 Euro überweisen – fast 500 Euro mehr jeden Monat, noch bevor der Kühlschrank gefüllt ist. Der Wocheneinkauf, der früher mit einem 50-Euro-Schein locker bezahlt war, liegt inzwischen oft bei 80 oder 90 Euro. Für viele bedeutet das: weniger Restaurantbesuche, kein Urlaub mehr, Abstriche bei Freizeit und Hobbys.

Was für manche nur wie ein lästiger Preisanstieg wirkt, entscheidet bei anderen über Lebensqualität, über Teilhabe – und manchmal schlicht darüber, ob das Geld bis zum Monatsende reicht oder auf was man einfach verzichten muss.

Text: Mark Jürgensen
Bild: Shutterstock

 

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