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Flensburger Umfrage zeigt: Angst vor der Supermarktkasse wächst

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Flensburger Umfrage zeigt: Angst vor der Supermarktkasse wächst

Die Preise in den Supermärkten steigen weiter – und mit ihnen wächst in Flensburg die Angst vieler Bürger vor dem nächsten Einkauf. Eine aktuelle Umfrage in unserer Fördestadt zeigt deutlich: Für immer mehr Menschen wird der Gang in den Supermarkt zur Belastung. Und immer mehr Anwohner berichten von echten Existenzängsten.

Besonders hart trifft es Familien, Alleinerziehende und Menschen mit mittleren Einkommen.

Ein 46-jähriger Mitarbeiter einer bekannten Flensburger Kfz-Werkstatt beschreibt, wie sich sein Einkaufsverhalten in den vergangenen Monaten drastisch verändert hat. Bestimmte Supermärkte meide er inzwischen vollständig, weil die Preise dort nicht mehr tragbar seien. Stattdessen werde gezielt bei Discountern eingekauft, während Produkte, die früher selbstverständlich waren, heute im Regal bleiben. „Viele Dinge, die wir früher gern gekauft haben, lassen wir mittlerweile weg“, berichtet der Familienvater.

Noch schwieriger ist die Situation für Alleinerziehende.

Eine Mutter, die in Teilzeit arbeitet, schildert ihre Sorgen eindringlich. „Zum Monatsende habe ich Angst, dass ich nicht mehr genügend Geld für Lebensmittel habe. Der Vater zahlt keinen Unterhalt und ich suche schon gezielt nach Angeboten, um möglichst günstig einzukaufen. Aber trotzdem reicht es von vorne bis hinten nicht.“ Besonders belastend sei, dass mittlerweile auch Ausgaben für die Kinder betroffen sind. „Sachen für die Schule fallen manchmal weg oder die neuen, erforderlichen Schuhe für den Sportunterricht zum Beispiel.“

Auch größere Familien spüren die Preisentwicklung deutlich.

Eltern von drei Jungen im Teenageralter berichten von stark gestiegenen Kosten. „Früher haben wir einfach eingekauft und nicht so auf die Preise geachtet. Das ist heute anders. Der Monatseinkauf ist um mehrere hundert Euro gestiegen. Dafür muss an anderer Stelle gespart werden.“ Urlaub sei inzwischen nicht mehr möglich. „Wenn die Preise noch weiter steigen, arbeiten wir irgendwann nur noch für den Lebensunterhalt, ohne uns mal etwas gönnen zu können.“

Steigende Probleme, steigender Alkoholkonsum?

Ein weiterer Aspekt fällt auch den Mitarbeitern im Einzelhandel auf. Ein Supermarkt-Mitarbeiter berichtet, dass besonders der Alkoholkauf auffällig häufig sei. „Ja, sehr viele Kunden kaufen Alkohol – bestimmt jeder zweite oder dritte. An der Kasse mit den Flachmännern sogar fast jeder.“ Teilweise würden Kunden sogar ausschließlich Alkohol kaufen. „Manche sieht man nur Alkohol einkaufen, nur sehr selten Lebensmittel – wahrscheinlich reicht es nicht für beides.“

Die Preissteigerungen sind in vielen Bereichen deutlich spürbar. Besonders betroffen sind Grundnahrungsmittel wie Brot, Milchprodukte, Fleisch und Obst. Experten sehen mehrere Gründe für diese Entwicklung: gestiegene Energiepreise, hohe Spritkosten, weiterhin angespannte Lieferketten sowie steigende Produktionskosten. Diese Faktoren wirken sich unmittelbar auf die Verbraucherpreise aus.

Eine Entspannung der Lage ist derzeit nicht in Sicht. Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass Lebensmittelpreise auch in den kommenden Monaten noch deutlich weiter steigen könnten. Vor allem Transportkosten und Energiepreise dürften weiterhin Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Für viele Flensburger bedeutet das:

Die Angst vor der Supermarktkasse wird bleiben — und für manche sogar noch größer werden.

Die Umfrage zeigt deutlich: Was früher als normale Preisentwicklung galt, entwickelt sich zunehmend zu einer sozialen Herausforderung. Für viele Haushalte geht es längst nicht mehr um bewussten Konsum oder Sparen — sondern um die Frage, ob am Ende des Monats noch genug Geld für Lebensmittel übrigbleibt.

Text: Mark Jürgensen
Foto:Shutterstock

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