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Droht eine Insolvenzwelle oder gar eine massive Wirtschaftskrise?

Leben

Droht eine Insolvenzwelle oder gar eine massive Wirtschaftskrise?

Das Corona-Virus verbreitet sich und hat wirtschaftliche Folgen. Nebst Ölpreisen und massivem DAX-Einbruch trifft es aber gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Natürlich sind sich alle bewusst, dass die Gesundheit und eine verlangsamte Krankheitswelle momentan die oberste Priorität haben. Es ist aktuell sinnvoll eine langsame Durchseuchung zu erreichen, indem Kontakte möglichst vermieden werden. Es gilt die Erkrankungen zu verlangsamen, um unser medizinisches System nicht zu überlasten.

Aber wie sollen die vielen, kleineren Unternehmen so eine Krise überstehen?

Wenn nun alle zuhause bleiben und sich die Umsätze drastisch verringern? Hier sind schnelle Hilfen erforderlich, denn es trifft alle zum äußerst ungünstigen Zeitpunkt:

  • Die umsatzschwachen Wintermonate sind noch nicht überwunden
  • Die jährlichen Steuerabrechnungen sind fällig, vielen drohen gerade jetzt Steuernachzahlungen

Wenn also jetzt obendrein in den kommenden Wochen/Monaten kaum Umsätze erreicht werden oder die Betriebe gar zu schliessen sind, weil wir die Kontakte zu anderen Menschen – also auch Geschäften und Verkäufern – meiden, wird das für viele Betriebe existenzgefährdend. Und zwar schnell. Also bereits innerhalb der ersten zwei Monate. Diese Zeit hat bereits begonnen.

Der Staat kündigt Hilfe an. Aber wird den Unternehmern so wirklich geholfen?

Unsere Regierung kündigt Hilfe an, es ist die Rede von unbegrenzten Krediten und Steuerstundungen. Auch Kurzarbeit ist im Gespräch. Aber das verlagert die Probleme lediglich, sie löst keine Herausforderungen. Aktuell sind glasklare Ansagen seitens der Entscheidungsträger wichtig. Das erfordert dringende Informationen:

 Wann, wie und wo die Unternehmer Hilfe bekommen.

Denn keiner weiß aktuell so richtig, wie er dieser Betriebskrise mit Hilfe des Staates entrinnen kann. Und wenn die Betreiber nun selbst aktiv im Betrieb mitwirken, um Personalkosten einzusparen, wird der Weg zu Behörden und Hilfsmöglichkeiten zusätzlich erschwert.

Die Angst geht um, denn in anderen Ländern wurden die Geschäfte bereits zwangsweise geschlossen.

Wie lange halten die Unternehmer das aus? Die Mieten und Gehälter fallen trotzdem an. Auch der Unternehmer muss irgendwie leben und die privaten Fixkosten bewältigen. Kredite verlagern das Problem lediglich, aber die Umsätze werden ja in den Folgemonaten erfahrungsgemäß nicht nachgeholt. Das würde Schulden ohne Zukunftsperspektive bedeuten.

Veranstaltungsgewerbe, Gastronomie, Reisebüros, Einzelhandel und viele weitere Branchen sind jetzt betroffen.

Aber das ist nur der Anfang. Denn wenn es zu Entlassungen kommt, sind auch die Mitarbeiter betroffen, die Immobilienfinanzierungen fürs Eigenheim, Dienstleistungsbetriebe werden folgen. Aufträge und Investitionen werden jetzt schon verschoben, weil man erst mal die Situation – und die Entwicklung – abwarten will. Wenn so viele Branchen einknicken würden, folgen voraussichtlich erhebliche Insolvenzen und massive Steuereinbußen. Denn die Steuern, die der Staat einnimmt, kommen von den Unternehmen und deren Angestellten.

Hier sind andere Hilfen als Kredite gefordert.

Wenn wir nicht die schützen, die in die Staatskasse einzahlen, wen dann? Bei der Bankenkrise wurden Milliardenpakete geschnürt, obwohl die Probleme hausgemacht waren.

Warum nicht jetzt eine Soforthilfe für diejenigen, die sonst die Staatskassen füllen?

Mein Vorschlag: Grundversorgung für alle steuerzahlenden Betriebe, die jetzt akut betroffen sind.
Aussetzung aktueller Steuerforderungen und Übernahme der Mieten und Gehälter, wenn Betriebe zu schließen sind.

Auf Anfrage bei den regionalen Banken wusste niemand, was in Zukunft geplant ist… bzw. wie Hilfe erfolgen soll.

Text: M. Jürgensen
Bildquelle: Shutterstock

 

 

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