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Wenn der falsche Enkel schreibt: LKA warnt vor Betrugsmasche per WhatsApp

Bildquelle: Shutterstock

Blaulicht

Wenn der falsche Enkel schreibt: LKA warnt vor Betrugsmasche per WhatsApp

Vor dem Hintergrund landesweit steigender Fallzahlen warnt das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein (LKA) vor einer Variante der Betrugsmasche „Enkeltrick“, bei der die Täter den Messenger-Dienst WhatsApp nutzen. Die falschen Enkel oder angeblichen Angehörigen teilen den Geschädigten dabei per WhatsApp-Nachricht von einer unbekannten Nummer mit, dass ihr eigenes Smartphone defekt oder verloren sei und sie dringend Geld benötigten. Die erfundenen Szenarien rund um die vermeintliche Notlage variieren und reichen von Rechnungen, die schnell bezahlt werden müssten, bis hin zu Probleme beim Online-Banking. Häufig werden mehrere tausend Euro gefordert.

„Hallo Mama, mein altes Handy ist kaputt, hier ist meine neue Nummer. Habe noch kein Onlinebanking und muss dringend eine Rechnung bezahlen, kannst Du das für mich machen?“ So oder ähnlich beginnen viele der in betrügerischer Absicht formulierten Chatverläufe. Emojis und ein vertraulicher Ton suggerieren eine enge Beziehung, auch wenn keine Namen genannt werden und häufig nur „Dein Sohn“ oder „Deine Enkelin“ unter den Texten steht – verbunden mit der Aufforderung, die alte, vermeintlich nicht mehr gültige Nummer zu löschen. So soll verhindert werden, dass die Geschädigten Kontakt zu ihren Familienangehörigen unter deren echten Nummern aufnehmen.

In der Regel bitten die unbekannten Betrüger ihre „Verwandten“ um Überweisung von bis zu vierstelligen Geldbeträgen auf Konten einschlägiger Onlinebanken – aufgrund der „zeitlichen Dringlichkeit“ per Echtzeitüberweisung. Damit ist das Geld verloren und eine spätere Rückholung aussichtslos. Alternativ versuchen die Täter durch konstruierte Geschichten und/oder geschickte Fragen an Informationen zu gelangen, die ihnen am Ende Zugriff auf das Onlinebanking oder den WhatsApp-Account der Geschädigten ermöglichen.

Neben einer Vielzahl von Versuchstaten, bei denen die potenziellen Opfer zum Glück richtig reagierten und direkten Kontakt zu Sohn oder Enkelin über die „alte“ Nummer aufnahmen, gab es in den vergangenen drei Monaten landesweit auch etliche vollendete Taten. Von 123 polizeilich bekannten Fällen hatten die Betrüger in 42 Fällen Erfolg. Dadurch entstand ein Schaden von insgesamt 113.040 Euro. Bei diesem Betrugsphänomen ist außerdem von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da viele Versuchstaten vermutlich gar nicht angezeigt werden, sondern Angeschriebene die Nachricht einfach löschen.

Das LKA warnt davor, auf anonym versandte Geldforderungen angeblicher Verwandter per Messenger-Dienst einzugehen oder Informationen preiszugeben. Die einfachste Methode, die Echtheit des Kontakts zu überprüfen, ist ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch mit der genannten Person. Auf keinen Fall sollte man den „alten“ Kontakt löschen, wie von den Betrügern gefordert. Um sich grundsätzlich vor solchen Nachrichten zu schützen, sollte man seine Handynummer nicht im Internet veröffentlichen und Profilfotos nur für die eigenen (echten) Kontakte sichtbar machen.

OTS Landeskriminalamt Schleswig-Holstein

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