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Wenn der Polizist zum Hurensohn wird

Leben

Wenn der Polizist zum Hurensohn wird

Ein Flensburger Kommentar. Bei vielen von uns haben die letzten Wochen an den Nerven gezerrt. So war es für Risikopatienten eine besonders sorgenreiche Zeit. Für Eltern war es auch eine Herausforderung, die Kinderbetreuung und den Alltag unter einen Hut zu bringen. Selbständige fürchte(te)n um ihre Existenz. Es gab zahlreiche Gründe für Stress, der irgendwo abgebaut werden sollte. Aber momentan geschieht etwas in den Medien, was mich an der Intelligenz diverser Menschen zweifeln lässt und auch nicht durch die stressige Zeit gerechtfertigt wird.

Die pauschale Diskussion über deutsche Polizisten ist mehr als übel

Seit George Floyd in den USA qualvoll und herzlos durch die Cops getötet wurde, kocht auch bei uns das Thema Rassismus wieder auf. Und sogar die SPD Chefin Esken unterstellt unserer gesamten Polizei latenten Rassismus und heizt die Diskussion an. Aber ist das verhältnismäßig? Ist das so und in der Form bei uns in Deutschland angebracht? Und diese Frage schreibt ihnen jemand, der Konflikten mit der Polizei früher nicht aus dem Weg ging und selbst fragwürdige Momente erlebt hat. Sicher sind nicht alle Polizisten Engel. Und vermutlich hat auch der eine oder andere Polizist eine falsche Einstellung beim Thema Rassismus. Aber hier sollten wir mal die Kirche im Dorf lassen, denn ein Vergleich erscheint sinnvoll: Wenn wir einen Betrieb mit 260.000 Angestellten unter die Lupe nehmen und wir finden dann einige schwarze Schafe… verurteilen wir dann den gesamten Betrieb? Wohl kaum. Oder noch anders: Wenn einige Migranten Mist bauen, sollten wir alle Migranten an den Pranger stellen? Wäre das nicht Rassismus?

Warum verhalten wir uns dann bei unseren Polizisten so?

Warum wird unsere Polizei auf einmal so schnell verurteilt, selbst von der Chefin der SPD? Denn die Polizei bestand 2016 aus rund 260.000 Angestellten. Und die schützen uns vor dem schwarzen Block, die Steinplatten von Hausdächern auf Menschen werfen wollen, werden bei Demonstrationen angespuckt und mit Flaschen beworfen. Aktuell sind es Bilder aus Stuttgart, die für Ärger sorgen. Überwiegend junge Männer mit Migrationshintergrund, die unsere „Bullenschweine“ anspucken und bepöbeln? Und dann wird jede Reaktion der Polizei mit den Smartphones gefilmt und bearbeitet, so dass ein völlig verdrehter Eindruck in den Social Medias entsteht.

Die Fraktion mit dem Shisha-Bar-Abo und der Gucci-Umhängetasche schreit „Hurensohn“

Man möchte ja fast selbst den Taser in die Hand nehmen und einen dieser Plünderer niederstrecken. Denn genau das sind diese gewaltbereiten Spinner. Nicht mehr und nicht weniger. Vandalismus und Aggressionen auf Kosten anderer. Natürlich wird sich auch wieder jemand darüber aufregen, dass ich den Migrationshintergrund erwähne. Aber das hätte ich vergleichsweise auch dann ähnlich geschrieben, wenn es Dänen wären oder gar Schweden. Und egal welche Hautfarbe, Herkunft oder Religion, so mancher Politiker sollte seine Einstellung gründlich überdenken. Denn solche Aussagen befeuern und motivieren Ereignisse wie in Stuttgart. Und nicht nur in Stuttgart. Und wer soll es dann für uns richten? Unsere Polizisten.

Wie würden die benannten Politiker es wohl sehen, wenn diese Kerle Sie schreiend als Hurensohn bezeichnen und Gegenstände auf Sie werfen?

Das ausgerechnet ich mich mal auf die Seite der Polizei stelle, hätte ich auch nie gedacht. Aber das erscheint mir derzeit angebracht.

Text: M. Jürgensen
Bild: Shutterstock

 

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