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Rauchen wird teurer

Bildquelle: Shutterstock

Leben

Rauchen wird teurer

Der Bundestag hat am Mittwoch höhere Tabaksteuern beschlossen. Davon sind nicht nur Filterzigaretten betroffen, sondern künftig auch E-Zigaretten und Tabakerhitzer. Ziel dieses Regierungsbeschlusses ist verbesserter Gesundheitsschutz.

Stufenweise Steuerhöhung – deutlich höhere Preise ab 2022

Zigarettenraucher werden steuerlich noch mehr zur Kasse gebeten als zunächst von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgeschlagen. Zuletzt war die Tabaksteuer 2015 angehoben worden. Nun soll sie für eine Packung Zigaretten mit 20 Stück von 2022 bis 2026 um durchschnittlich rund acht Cent pro Jahr steigen. Derzeit kostet eine Packung etwa sieben Euro im Inland. Im Schnitt wird die Steuer je Schachtel mit 20 Stück 2022 und 2023 jeweils um zehn Cent angehoben. 2024 findet keine Erhöhung statt, 2025 und 2026 steigt die Steuerlast jeweils um 15 Cent je Schachtel. Am Ende der vier Erhöhungsstufen liegt also der Steueranteil um 50 Cent je Schachtel höher als bisher. Die Steuererhöhung auf Filterzigaretten kostet Raucher ab 2022 jedes Jahr zwischen 12 und 13 Milliarden Euro. Erfahrungsgemäß nutzen die Hersteller Steuererhöhungen, um ihrerseits höhere Preise durchzusetzen. Insofern müssen sich Raucher von Zigaretten also auf deutlich höhere Preise ab 2022 einstellen.

Auch Dampfen wird teurer

Auch Nutzer von E-Zigaretten und Tabakerhitzern müssen demnächst wohl tiefer in die Tasche greifen: Tabakerhitzer, in denen Tabak nur heiß gemacht und nicht verbrannt wird, sollen nicht mehr wie Pfeifentabak, sondern wie normale Zigaretten besteuert werden und damit ebenfalls höher als zuvor, das gleiche gilt auch für Wasserpfeifen-Tabak, der besonders bei Jugendlichen beliebt ist. Die Branche rechnet nach eigenen Angaben damit, dass der Ladenpreis dieser Produktgruppen um bis zu 100 Prozent steigen könnte – wie hoch genau, ist unklar.

Gesundheits- und Jugendschutz

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lobt die Reform, weil die Zigaretten-Alternativen teurer und somit unattraktiver für Jugendliche würden. Der Verband verweist auf Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Alkohol: Bei den Alkopops habe man gesehen, dass eine Steuererhöhung Teenager vom Konsum dieser Produkte abhalten könne. „Wir sind davon überzeugt: Auch bei den E-Zigaretten kann eine Steuererhöhung Lenkungswirkung entfalten“, hieß es seitens des Verbandes.

Das Filterzigaretten und Tabak allgemein stark gesundheitsschädlich sind, sollte außer Frage stehen. Eine Steuerhöhung soll dem Wohl der Bevölkerung dienen und den Konsum reduzieren.

Kritik

Kritische Stimmen gab es aus der Tabakbranche. Diese warnt gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei vor einer unerwünschten Nebenwirkung der Tabaksteuerreform: Künftig könnte sich ein Schwarzmarkt ähnlich dem mit Zigaretten entwickeln, da die erhöhten Preise für die Alternativen Tabakwaren Schmuggler anlocke. Dadurch wiederum könnte der Staat am Ende viel weniger Steuereinnahmen bekommen als erhofft.

Quellen:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-03/tabak-steuer-erhoehung-bundesregierung-zigaretten?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/tabaksteuer-erhoehung-kabinettsbeschluss-101.html

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